Chronik des Franz-Joseph-Landes


Diese Unterseite ist der Versuch einer Chronik für Franz-Joseph-Land, in der schrittweise für jedes Jahr die entsprechenden Ereignisse aufgenommen werden sollen.
In der Chronik klaffen weiterhin große Lücken, ganz besonders für die Sowjetzeit, aber auch in Details zu den darauf folgenden Jahren.

Fehler ? Ergänzungen ? Bilder ? Ich freue mich über kompetente Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKommentare und Kontakte !

Eine Zusammenfassung der Geschichte von Franz-Joseph-Land finden Sie auf der Unterseite Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterGeschichte.

Zu den einzelnen Inseln finden Sie bei der jeweiligen Insel unter Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterInseln auch geschichtliche Informationen. 


Jungsteinzeit

Eine jungsteinzeitliche Entdeckung von Franz-Joseph-Land ist denkbar, allerdings gibt es hierfür keinerlei archäologische Belege. Rentiere sind offensichtlich mehrfach von Sibirien her vermutlich über Eis nach Franz-Josef-Land eingewandert und haben dort über Jahrtausende gelebt, als das Klima dort milder und die Vereisung geringer war, wie Datierungen von in Franz-Josef-Land gefundenen alten Rentiergeweihen belegen. Den Rentieren könnten steinzeitliche Jäger zumindest vorübergehend auf denselben Routen gefolgt sein.
Siehe: Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterMögliche frühere Entdeckungen und Klimawandel.


1614 - Baffin

Der englische Polarfahrer Baffin berichtet von der Entdeckung von Land östlich des Spitzbergen-Archipels, das Franz-Joseph-Land gewesen sein könnte, die Positionsangaben und die Beschreibung sind für eine sichere Identifikation jedoch zu ungenau.
Siehe auch: Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterMögliche frühere Entdecker und Klimawandel.


1675 - Cornelis Roule

Der holländische Seefahrer Cornelis Roule berichtet für 1675 über ein angeblich von ihm nordöstlich des Spitzbergen-Archipels entdecktes Neuland - allerdings auf 85°N, also über 300 km nördlich des nördlichsten Punktes von Franz-Josef-Land. Da sich im 17. Jahrhundert die Breitengrade bereits relativ genau auf Schiffen bestimmen ließen, läßt diese gewaltige Abweichung von sämtlichen in Frage kommenden arktischen Landmassen gewisse Zweifel an der Glaubhaftigkeit aufkommen. Auf 85°N befinden wir uns mitten im Arktischen Ozean, der dort tief und ausreichend gut vermessen ist, um die Existenz von Land dort auszuschließen.


1865 - Rønnbeck/Aidijärvi, SPIDSBERGEN

Der norwegische Eismeerschiffer Rønnbeck aus Hammerfest und sein samischer Harpunier Aidijärvi berichten für 1865 über die Sichtung von Land östlich des Spitzbergen-Archipels, wobei es sich um Franz-Joseph-Land gehandelt haben könnte. Auch hier fehlen jedoch ausreichend genaue Positionsangaben oder identifizierbare genauere Beschreibungen.

Erster Landgang in der Polarnacht.
Karte der Tegetthoff Expedition.
Die WILLEM BARENTS in Sichtweite der südlichsten Inseln von Franz-Joseph-Land.
Die EIRA zwischen Bell und Mabel Insel.
Karte Leigh Smiths nach der 1880er Expedition.
Materialbergung von sinkender EIRA,
Küche der improvisierten Hütte.
Rekonstruktion der Position des weg- erodierten EIRA Cottage 2011 anhand von noch vorhandenen benachbarten Findlingen und altem Foto von Jackson.


1873 - Payer-Weyprecht, TEGETTHOFF

Am 30. August 1873 sichtete die Besatzung der im Treibeis gefangenen und mit diesem treibenden österreichisch-ungarischen TEGETTHOFF Expedition (ursprüngliches Ziel: die Nordostpassage) aus größerer Ferne erstmalig Land - den Bereich um das heutige Kap Tegetthoff auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHall Insel.
Erst Monate später schloß sich das Eis, sodaß die gesichtete Inselgruppe zu Fuß erreicht werden konnte. Der erste Landgang erfolgte während der Polarnacht auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterWilczek Insel.


1874 - Payer-Weyprecht, TEGETTHOFF

Im Frühjahr 1874 wurden von der im geschlossenen Meereis südlich der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterWilczek-Insel festliegenden TEGETTHOFF mehrere Schlittenexpeditionen unter Leitung von Julius Payer unternommen, um den neu entdeckten Archipel zu erforschen. Dabei wurde in wenigen Wochen verfügbarer Zeit Erhebliches geleistet: insbesondere wurde erstmalig ein sich von Süden nach Norden durch den Archipel führender Streifen bis zur Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterRudolf-Insel im höchsten Norden kartiert, sowie der Süden von der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterMcClintock-Insel bis zum Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterWilczek Land. Die TEGETTHOFF Expedition hielt das neu entdeckte Land allerdings für weitaus größer, vor allem nach Norden ("Petermann Land" und Westen ("Zichy Land"), als es tatsächlich ist, wodurch in der Folge weitere Expeditionen angelockt wurden, die die vermeintliche Landbrücke in Richtung Nordpol nutzen wollten.
Da die TEGETTHOFF weiter im Eis festlag, in dem sie bereits seit 1872 gefangen war, wurde sie von den Expeditionsmitgliedern im späten Frühjahr 1874 aufgegeben, die die Beiboote über das Eis zogen, bis sie offenes Wasser erreichten und dann bei Nowaja Semlja gerettet wurden. Das weitere Schicksal der verlassenen TEGETTHOFF ist unbekannt.


1879 De Bruyne, WILLEM BARENTS

Der holländische Marineleutnant de Bruyne versuchte 1879, am Ende seiner Expedition in die Barentssee auch Franz-Joseph-Land mit dem relativ kleinen Segelschiff WILLEM BARENTS zu erreichen. Tatsächlich konnte sich die Expedition der Südküste auf gute Sichtweite nähern. Äußerst schwierige Eisbedingungen, für die sein Segler wenig geeignet war, verhinderten jedoch weiteres Vordringen und Landungen und zwangen zum Rückzug. Aus heutiger Sicht erscheint dies als bescheidenes Resultat - 1879 jedoch war dies ein entscheidendes Ergebnis. Denn die Entdeckung der Inselgruppe und vor allem Payers angebliche Sichtung riesiger Landmassen auch in Richtung Norden regte einerseits die Phantasie nicht zuletzt hinsichtlich neuer Möglichkeiten in Richtung Nordpol an - aber gleichzeitig schien die einzige Möglichkeit, um Franz-Josef-Land zu erreichen, eine kaum kalkulierbare jahrelange Eisdrift im Stil der TEGETTHOFF zu sein: keine verlockende Methode. De Bruyne bewies, daß selbst ein kleines Schiff wie die WILLEM BARENTS sich der Inselgruppe nähern konnte - ein Ansporn für weitere Expeditionen mit etwas eistauglicheren Fahrzeugen.


1880 - Leigh Smith, EIRA

Der Engländer Benjamin Leigh Smith erreichte auf seinem privaten Polarforschungsschiff EIRA 1880 den Süden von Franz-Josef-Land und kartierte die Südküste des Archipels von der McClintock Insel bis zum Süden des heutigen Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterPrince George Land, die bis dahin weitestgehend unbekannt war. Einzelne Kaps des heutigen Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlexandra Landes wurden gesichtet.  Erstmalig drang damit ein Schiff zumindest ein Stück weit in den Archipel vor und stellte fest, daß zumindest dessen Süden aus kleineren Inseln besteht. Doch weiter hielt sich die Vorstellung Payers von einer riesigen neu entdeckten Landmasse unbekannter Ausdehnung nach Norden und Westen, auch auf Leigh Smiths Karte (siehe rechts) angedeutet, von der die erkundeten kleinen Inseln nur eine Art Vorposten waren. Erneut bewies diese Fahrt, daß Franz-Joseph-Land mit eistauglichen Motorseglern im Sommer erreichbar sein kann.


1881 - Leigh Smith, EIRA

1881 kehrte Benjamin Leigh Smith auf der EIRA auf einer weiteren Privatexpedition nach Franz-Josef-Land zurück, die hier die erste geplante Überwinterung durchführen sollte, wofür er auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterBell Insel Camp EIRA als Überwinterungsstation erbauen ließ und weiter die südwestlichen Küsten erkundete. Am 16. August brach Leigh Smith mit der EIRA auf, um sich zwischendurch an der Suche nach eventuellen Überlebenden der JEANETTE Expedition zu beteiligen, wurde jedoch von zu starkem Eis zurückgehalten. Vor Kap Flora  (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterNorthbrook Insel) am Landeis liegend, gelang es der EIRA am 21. August nicht mehr, einem herandrückenden Eisfeld zu entkommen, das sie nah am Ufer gegen das Landeis preßte und zum langsamen Sinken brachte, wobei eine bedeutende Menge an Material und Ausrüstung einschließlich der 5 Beiboote noch geborgen werden konnte. Unter den sommerlichen Bedingungen mit dichtem Treibeis war von hier aus Camp EIRA, obwohl fast in Sichtweite, in den kleineren Beibooten mit dem ganzen Material nicht erreichbar und gleichzeitig war unklar, wann im Winter eine ausreichend solide Eisdecke sich bis zur Bell Insel erstrecken würde. Daher errichtete die 25-köpfige Expedition stattdessen an Kap Flora aus gesammelten Steinen und geborgenem Schiffsmaterial eine improvisierte Hütte als Überwinterungsbasis.
Die Rückwand der Hütte ("Eira Cottage") konnten Susan Barr und andere 1996 noch an der Ufer-Erosionskante dokumentieren. 2011 gelang es SHOKALSKIY Expeditionsleiter Andreas Umbreit anhand von mehreren Steinen, die sich auch auf einem Foto Jacksons von der Hütte im Hang darüber erkennen lassen, die Position von EIRA Cottage erneut zu bestimmen, obwohl mittlerweile auch die letzten Reste der Erosion durch Wellen und Treibeis zum Opfer gefallen sind (siehe Bildcollage). Insofern ist anzunehmen, daß sich die Erosion hier von 1881 bis 2011 mindestens 30m ins Land hinein vorgearbeitet hat.
Da die EIRA im Flachwasser nahe der Hütte sank, dürften ihre Wrackreste im Laufe von über 130 Jahren durch zahllose über den Grund scharrende Eisberge weitgehend vernichtet und verstreut und Metallteile in den weichen Meeresboden gepreßt worden sein.


1882 - Leigh Smith

Die an Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Flora unfreiwillig überwinternde Leigh Smith Expedition konnte am 23. Juni ihre Rettungsboote ins Wasser bringen, nachdem sich das Eis vor der Küste aufgelöst hatte, und erreichte nach 43 Tagen  mühsamer Fahrt zwischen den Eisschollen den westlichen Eingang der Matotschkin Schar Meeresstraße durch Nowaja Semlja - ein traditioneller Treffpunkt der Walfänger und Eismeerjäger. Dort stießen die WILLEM BARENTS und der als Suchexpedition ausgesandte englische Walfänger HOPE auf die Expeditionsgruppe, die keinen einzigen Todesfall zu beklagen hatte.

 

1886

Für 1886 ist der Besuch eines britischen (Kapitän: Gray) und eines norwegischen (ØRNEN, Kapitän: Virkola) Schiffes in Franz-Joseph-Land überliefert, die dort bzw. in der Barents See Jagd betrieben.

 

Die Karte (anklicken) zeigt den Kenntnisstand von Franz-Joseph-Land bei Ankunft Jacksons.
Kap Flora mit WINDWARD.
Jacksons Basis "Elmwood" auf Kap Flora.
Nansens und Johansens Überwinterungsunterschlupf im Winter.

1894 Jackson, WINDWARD

Nach 14 Tagen in Sichtweite von Franz-Joseph-Land, jedoch ohne sich dem Land wegen zu dichten Treibeises nähern zu können, erreichte die WINDWARD mit der britischen Jackson-Harmsworth Expedition an Bord am 8. 9. 1894 Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Flora, wo sie ein paar Tage später ihr umfangreiches Hauptquartier, großteils aus vorfabrizierten Fertigteilen, errichtete. Ziel der Expedition war - im Gegensatz zu den Nachfolgern - nicht der Nordpol, sondern die Kartierung Franz-Joseph-Lands. Leiter war Major Frederick G. Jackson, der sich 1893 auf die Expedition durch einen längeren Aufenthalt bei den sibirischen Samoyeden vorbereitet hatte. Sponsor der Expedition war der britische Verleger Alfred Harmsworth. Die WINDWARD blieb den Winter über, einfrierend, vor der Küste liegen. In der verbleibenden Zeit von 1894 wurde vor allem die Basis ausgebaut und kleinere Erkundungstouren unternommen.

 

1895

Jackson-Harmsworth Expedition:
Im Frühjahr 1895 führte eine Schlittenexkursion mit den Ponies als Zugtieren bis zum heutigen Kap Hugh Mill der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterJackson Insel, wobei die Ostseite des British Channel kartiert wurde. Am 1. Juli verließ die WINDWARD Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Flora, um nach England zurückzukehren, während Jackson mit seinen 7 weiteren Männern zurück blieb und während des Sommers mit dem zurückbehaltenen Beiboot eine weitere Erkundungstour nach Nordwesten bis knapp vor Kap Mary Harmsworth (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlexandra Land) unternahm.

Nansen und Johansen:
Am 14. März 1895 hatten Nansen und Johansen die FRAM auf ihrer Eisdrift verlassen, nachdem klar war, daß das Schiff weit südlich des Nordpols bleiben würde, und versuchten, den Pol mit ein paar Hunden, Schlitten und Kajaks zu erreichen. Diesen Versuch mußten sie bei ca. 86°N aufgeben und wandten sich dann wieder südwärts, wobei ihnen klar war, daß sie die Fram kaum wieder finden würden. Vielmehr waren die großen Landmassen, die Payer nördlich von Franz-Joseph-Land ausgemacht hatte, das Ziel, und von dort aus wollten sie mit den Kajaks am Eisrand entlang nach Spitzbergen gelangen.
Am 24. Juli entdeckten sie voraus vergletschertes Land. Da sie einerseits versäumt hatten, ihre Uhren aufgezogen zu halten und daher ihren Längengrad nicht bestimmen konnten, und andererseits die Insel ebenso wie die später auftauchenden Inseln weder zu Payers Karte noch zu Spitzbergen paßten, hatten sie keine Ahnung, wo sie sich befanden. Immerhin geisterten auf den damaligen Karten der Region verschiedenste unsichere weitere Inselgruppen ("Gillis Land", "Oscar Land", "Petermann Land") herum. Tatsächlich handelte es sich um bisher unbekannte Inseln im höchsten Nordosten von Franz-Joseph-Land, die sie nach Nansens Frau und Tochter Liv und Eva tauften, zusammen Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHvidtenland (Weißes Land). Von dort aus hielten sie sich westwärts und kreuzten bei der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHochstetter und Torup Insel unwissend Payers Route. Den nächsten Inseln auf deren Nordwestseiten folgend, erreichten sie am 26. August ein Kap (später Kap Norway oder Kap Norvegia genannt, Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterJackson Insel), das ihnen für eine Überwinterung geeignet erschien, denn an ein Erreichen Spitzbergens noch in diesem Jahr war nicht zu denken, zumal viel offenes Wasser und unsicheres Eis das Vorankommen behinderten. In einem primitiven Unterstand aus niedrigen Steinwällen, mit einem Treibholzstamm als First und Walroßhäuten als Dachdeckung, verbrachten sie den Winter, wobei die Jagd reichlich Fleisch bot und aus Walroßspeck auch Tran als Brennstoff gewonnen werden konnte.

 

Nachgestellte Begegnung von Jackson und Nansen auf dem Eis vor Kap Flora.
Nansens Karte nach Integration der bis dahin erfolgten Kartierung durch Jackson.
Die WINDWARD an Kap Flora.

1896

Jackson-Harmsworth Expedition:
Das Frühjahr wurde erneut für eine Schlittenreise genutzt, die vor allem den Bereich der kleineren Inseln zwischen Markham Sund und Young Sund (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKoettlitz Insel bis Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterPritchett Insel) sowie Teile der Westseite von Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterGeorge Land erkundete, allerdings vom Ausfall von Ponies und Eisproblemen behindert wurde. Der Sommer wurde außerdem für vielfältige geologische, botanische und zoologische Studien genutzt. Am 17. Juni kam es zur Begegnung mit Nansen (siehe nächster Abschnitt) und am 26. Juli tauchte endlich die WINDWARD mit Nachschub und Post auf, mit der Nansen, Johansen und zwei Expeditionsteilnehmer dann abreisten, zahlreiche Proben mitnehmend, während sich Jackson mit den restlichen Männern auf die 3. Überwinterung vorbereiteten.

Nansen-Johansen:
Am 19. Mai verließen Nansen und Johansen ihren Überwinterungsplatz und zogen teils in Kajaks, teils auf dem Eis weiter nach Süden. Am 17. Juni kam es dann auf dem Eis vor Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Flora zu der berühmten Begegnung, als Jackson von einem seiner Männer alarmiert wurde, daß draußen auf dem Eis eine Person herankäme. Jackson ging dem Fremden entgegen, und es dämmerte ihm nur langsam, wer diese verschmutzte, langhaarige, große Gestalt sein könnte: "You must be Nansen !" Nach Heranholen auch von Johansen und einem Bad wurde die Begegnungsszene für Fotos noch einmal nachgestellt.
Für Nansen und Johansen war diese Begegnung die Rettung - ausgerechnet durch Jackson, dessen Bewerbung für die FRAM Expedition Nansen ein paar Jahre vorher aus nationalistischen Gründen (nur Norweger erwünscht) abgelehnt hatte, denn mit eigener Kraft hätten sie es kaum bis Spitzbergen geschafft. Erst durch Jackson und dessen Karten wurde den beiden klar, wo sie sich überhaupt befanden und ihre eigenen Neuentdeckungen im Nordosten fügten sich ins Kartenbild ein. Gleichzeitig wurde offenbar, daß die von Payer 1874 gesichteten riesigen Landmassen nördlich ("Petermann Land") und östlich der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterRudolf Insel (Fortsetzung von Wilczek Land bis Petermann Land) offenbar optische Täuschungen gewesen sein mußten. Offen war damit nur noch die Ausdehnung von Franz-Joseph-Land nach Nordwesten und Westen, sowie östlich von Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterWilczek Land.
Am 7. August konnten Nansen und Johansen Kap Flora mit der WINDWARD verlassen und wurden von dieser wunschgemäß in Vardø in Nordnorwegen abgesetzt - zufälligerweise fast gleichzeitig mit der Rückkehr der FRAM von deren erfolgreicher Drift.

Weitere Schiffe 1896:
Die norwegischen Jagdschiffe MODEREN und DUEN operierten im Sommer 1896 im Bereich von Franz-Josef-Land, ohne der Jackson Expedition zu begegnen.

 

Übernachtungscamp von Jackson und Armitage unter Kap Crowther (George Land) auf der letzten großen Schlittentour 1897.
Karte Jacksons nach den Erkundungstouren 1897. Man beachte die Unterschiede zur Karte der bekannten und vermuteten Teile der Inselgruppe bei seiner Ankunft 1894 weiter oben auf dieser Seite !
Kap Flora von oben mit Jacksons Basis "Elmwood", benannt nach dem Wohnsitz des Expeditionsfinanziers Alfred Harmsworth.
Jackson in Elmwood (Kap Flora).

1897: Jackson

Jackson-Harmsworth:
Nachdem durch die eigenen und Nansens Beobachtungen weitgehend aufgeklärt war, daß Franz-Joseph-Land nach Nordosten nur eine begrenzte Ausdehnung hat und in diese Richtung mittlerweile zumindest grob kartiert war, brach Jackson im Frühjahr 1897 auf die größte Schlittenreise der Expedition mit dem letzten Pony auf - in den Nordwesten, der ihn schon vorher stark gereizt hatte. Am 15. März brachen Jackson und Armitage Richtung Norden auf dem British Channel auf und erkundeten gegen den Uhrzeigersinn den Norden von Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterGeorge Land (wobei sie dessen teils nur knapp über dem Meeresspiegel liegende nördlichste Halbinsel für eine eigene Insel hielten - verschneites Land und schneeverwehtes Meereis sind oft schwer zu unterscheiden), folgten dann der Nordküste von Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlexandra Land bis in dessen westlichsten Teil, erkundeten dessen bereits von der Seeseite her bekannte Südküste, drangen etwas in die Cambridge Bay vor und kehrten schließlich über den Süden von George Land zu Kap Flora zurück. Diese Reise bestätigte die schon 1896 aufgetauchte Vermutung, daß der Westen von Franz-Joseph-Land erstens weitaus kleiner ist, als von den Vorgängern vermutet oder erhofft, sich insbesondere längst nicht so weit nach Norden erstreckt, wie von Payer mit seinem König Oskar Land auf seiner Karte vermutet, daß Kap Mary Harmsworth der westlichste Punkt ist (also auch keine weitere Ausdehnung Richtung Spitzbergen) und daß auch dieser Teil von Franz-Joseph-Land in mehrere Inseln aufgebrochen ist. Für die westlichste behielt Jackson den Namen Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlexandra Land bei, womit ein neuer Name für die östlichere Insel benötigt wurde, die größte des Archipels: Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterPrince George Land. Mehr zu den beiden Inseln: siehe Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterInseln.
Jacksons Hoffnung, mit einem weiteren Jahr die Kartierung von Franz-Joseph-Land abschließen und vielleicht westlich von Nansens Route einen weiteren Vorstoß nach Norden vornehmen zu können, zerschlug sich mit der Ankunft der WINDWARD, die keine neuen Zugtiere mitbrachte, dafür aber Instruktionen, die Expedition abzuschließen. Immerhin konnte sie auf der Rückfahrt an Kap Mary Harmsworth vorbei noch 50 weitere Seemeilen in nordwestliche Richtung vorstoßen, ohne daß dabei unbekanntes Land gesichtet wurde - damit war klar, daß sich zwischen Spitzbergen und Franz-Joseph-Land weiter im Norden kein sagenhaftes ausgedehntes Gillies Land mehr erstrecken konnte.

Obwohl Jackson die erhoffte komplette Kartierung von Franz-Joseph-Land nicht abschließen konnte, veränderten seine drei dortigen Jahre (plus die Ergänzungen durch Nansen) das Bild der Inselgruppe und dieses Bereiches der hohen Arktis radikal: Franz-Joseph-Land erwies sich als relativ begrenztes Landgebiet, zersplittert in eine große Zahl einzelner Inseln. Kein riesiges Neuland, keine Landbrücken Richtung Nordpol. Und im Gegensatz zu den meisten Nachfolgern stand für Jackson und seinen Sponsor Harmsworth solide Forschungsarbeit im Fordergrund, nicht eine Beteiligung am Wettlauf zum Nordpol. Neben der Kartierungsarbeit leistete die Expedition umfassende Untersuchungen zur Geologie, Botanik, Zoologie, Meeresbiologie, Ozeanographie und Meteorologie des Archipels. Diese Zielsetzungen zeigen sich auch in der Zusammensetzung seiner Mannschaft mit Spezialisten für die verschiedenen Disziplinen, und konnten weitgehend erfüllt werden. Insofern hätte die Jackson Expedition mehr Anerkennung verdient, als etliche andere Expeditionen, die sich dem wissenschaftlich wenig ergiebigen Nordpolwettlauf verschrieben, dabei aber weder dieses Hauptziel erreichten, noch ansonsten allzu viele Resultate im Verhältnis zum Aufwand mitbrachten. 
Für Jacksons Nachfolger blieben als größere weiße Flecken nur noch der östlichste Teil des Archipels, sowie dessen Inneres nördlich des Markham Sundes.
Jackson war mit dem Einsatz von Ponies als Zugtiere auf seiner Expedition sehr zufrieden, während sich ein Versuch 1896 mit von der WINDWARD nachgelieferten Rentieren als Katastrophe erwies. Scott übernahm Jacksons Konzept mit Ponies dann für seine Südpolexpedition - und scheiterte dort unter anderem auch an dieser für die Antarktis weniger geeigneten Zugtierwahl.

Andere Schiffsaktivitäten im Bereich der Inselgruppe:
1897 wurde Franz-Joseph-Land außerdem von drei britischen Fangschiffen befahren. Die BALAEN,A unter Kapitän Thomas Robertson auf Walrossjagd, besuchte auch Jackson auf Kap Flora und machte ihn auf zwei von Robertson entdeckte Inselchen auf der Ostseite der Opens internal link in current windowNorthbrook Insel aufmerksam, deren eine Jackson Robertson Insel nannte, außerdem die DIANA und die ACTIVE, sowie von einem weiteren norwegischen Fangboot.
William Speirs Bruce, ein Wissenschaftler der Jackson Expedition, wurde später Leiter der Scottish National Antarctic Expedition von 1904 und Thomas Robertson bewarb sich erfolgreich bei Bruce als Kapitän des Expeditionsschiffes.

 

"Harmsworth House", Wellmans Basis auf Kap Tegetthoff, benannt nach dem Sponsor der Jackson Expedition 1894-97, aus deren Hinterlassen-schaften auf Kap Flora das von Wellman nach Kap Tegetthoff versetzte Gebäude stammte. Bild: August 1898, unmittelbar nach Aufbau der Station.
"Fort McKinley" nannte die Wellman Expedition etwas großspurig das Depot mit primitivem Unterschlupf auf Kap Heller - in der zeitgenössischen Zeichnung stark geschönt und vereinfacht.

1898

Wellman Nordpolexpedition
Der US-amerikanische Journalist und Polarfahrer Walter Wellman startete 1898 seinen zweiten Versuch, den Nordpol zu erreichen, diesmal von Franz-Joseph-Land aus. Mit dem norwegischen Motorsegler FRITHJOF wurde zunächst Opens internal link in current windowKap Flora angesteuert, wo eines der Fertigteilhäuser Jacksons demontiert und nach Kap Tegetthoff (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHall Insel) versetzt wurde. Noch 1898 wurde unter Wellmans Stellvertreter Baldwin die für das kommende Frühjahr geplante Nordpoltour vorbereitet, indem an der geplanten Route auf Kap Heller (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterWilczek Land) ein vorgeschobenes Depot mit einer primitiven Unterkunft eingerichtet wurde, bewacht von den Norwegern Bentsen und Bjørvig, wegen deren unglaublicher Überwinterung die Wellman Expedition heute vor allem noch bekannt ist.
Weitere Details zu dieser Überwinterung und Bilder der Reste der Wellman´schen Anlagen auf Kap Heller siehe Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterWilczek Land, sowie für Kap Tegetthoff die Opens internal link in current windowHall Insel.
Der Hauptteil der Expeditionsmannschaft überwinterte relativ komfortabel auf Kap Tegetthoff, um dann von hier aus 1899 Richtung Nordpol aufbrechen zu können.

VICTORIA (Pike), Johannes Nilsen und Ludvig Bernard Sebulonsen
Der wohlhabende und polarbegeisterte Brite Arnold Pike hatte seine Yacht VICTORIA auch im Sommer 1898 in Spitzbergen. Von hier aus nutzte sie unter Führung des erfahrenen norwegischen Eismeerkapitäns Nilsen die günstigen Eisverhältnisse für einen Vorstoß nach Osten über Kvitøya (Weiße Insel) als östlichstem Außenposten Spitzbergens hinaus und sichtete dabei die Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterVictoria Insel, die am 20. Juli, einen Tag vorher, bereits von den Norwegern  Johannes Nilsen and Ludvig Bernard Sebulonsen gesehen worden war. Den Namen erhielt die Insel jedoch nach Pikes Schiff VICTORIA.

Andere Schiffe 1898:
Aufgrund offensichtlich günstiger Eisverhältnisse wurde Franz-Joseph-Land 1898 durch etliche Jagdschiffe besucht: erneut durch die britische BALAENA, sowie norwegischerseits durch HERTHA, NORA, VENUS und INGEBORG, sowie eventuell weitere Schiffe - u.a. ist unklar, mit welchem Schiff die Entdecker der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterVictoria Insel, Johannes Nilsen und Ludvig Bernard Sebulonsen, unterwegs waren.

 

Im zeitigen Frühjahr erreichte Wellman auf dem Marsch Richtung Nordpol das im Vorjahr angelegte Depot auf Kap Heller mit dem primitiven, einge- schneiten Unterstand und dem überlebenden Überwinterer Bjørvig.
Wellmans Expeditionskarte mit den Schlittenrouten und der Fahrt der CAPELLA ins Innere des Archipels. Im Norden gesichtete Inseln, die sich später als Illusionen erwiesen.
Die STELLA POLARE in der Teplitzbucht - vom Eis beschädigt, schiefgelegt und ins Flachwasser geschoben. Am Ufer ein Teil der Überwinterungsstation mit dem Zelt für die Ponies und ganz rechts Materiallager und eine der Hundebehausungen.

1899: Wellman, Herzog der Abruzzen (STELLA POLARE)

Wellmans Nordpolexpedition
Nach Rückkehr des Lichtes im Februar 1899 trat Wellman mit seinen Leuten zum geplanten Nordpolmarsch an, wobei zunächst das Depot auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Heller angesteuert wurde. Der während der Überwinterung am 2. Januar verstorbene Bentsen wurde bei dieser Gelegenheit begraben, während Bjørvig sich an dem Nordpolversuch beteiligte. Allerdings brach sich Wellman bei einem Unfall östlich der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterRudolf Insel das Bein, was zur Aufgabe des Nordpolziels und zum Rückzug nach Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Tegetthoff zwang, wo Wellman bis zur Abholung der Expedition, durch seinen Unfall gehunfähig, an das Camp gebunden war.
Nach Scheitern des eigentlichen Expeditionsziels versuchte man, die Expedition wenigstens zur weiteren Erforschung des Archipels zu nutzen - und hierfür war Kap Tegetthoff im südöstlichsten bereits bekannten Teil der Inselgruppe ein günstiger Ausgangspunkt: was sich ostwärts jenseits der in Sichtweite liegenden Südostküste des nahen Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterWilczek-Landes erstreckte, war bisher völlig unbekannt. Eine Schlittenexpedition unter Leitung Baldwins wandte sich im Frühjahr 1899 in diese Richtung und erkundete die Ost- und Nordseite des Wilczek-Landes, das sich als viel kleiner erwies, als bisher angenommen. Ferner wurde die bisher unentdeckte, große Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterGraham-Bell-Insel gefunden, gequert und teilweise umrundet - ihre Kartierung verblieb dabei allerdings bemerkenswert ungenau, wie sich im Vergleich von Wellmans Karte mit modernen Karten zeigt.

Nach Norden hin finden sich auf Wellmans Karte noch immer von der Expedition gesichtete angebliche Inseln, die spätere Forschung als Illusionen entlarvte.
Eine weitere Erkundungstour per Schlitten unter Leitung Baldwins führte im Frühjahr nach Westen um den Süden der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHall Insel herum und durch den Negri-Kanal bis zum Kap Copeland im Norden der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterMcClintock Insel.
Mit dem Unterstützungsschiff CAPELLA stieß die Expedition im Sommer 1899 zunächst ins südliche Innere des Archipels vor, um dort die Inselwelt zwischen Nansen Insel und Brice Insel näher zu erkunden, die vorher nur Jackson relativ flüchtig im Frühjahr 1896 per Schlitten besucht hatte. Es handelte sich um den ersten Vorstoß einer Forschungsexpedition per Schiff so weit in die Inselgruppe hinein unter sommerlichen Bedingungen. Im Gegensatz zu Schlittenreisen auf den zugefrorenen und oft schneeverwehten Meeresarmen, bei denen die Grenze zwischen Meereis und Land oft kaum sichtbar ist, war es vom Schiff aus möglich, viel genauer festzustellen, daß dieser Bereich des Archipels in eine Reihe kleiner, eng zusammen liegender Inseln zerfällt: Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterNansen Insel, Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterPritchett Insel, Bromwich Insel, Brice Insel und Bliss Insel. Im Britannia Kanal traf die CAPELLA zufällig außerdem mit der ankommenden STELLA POLARE des Herzogs von Savoyen zusammen. Anschließend verließ die Wellman Expedition Franz-Joseph-Land.
Wie bei allen seinen 5 Nordpolanläufen zwischen 1894 und 1909 verfehlte Wellman auch dieses Mal sein eigentliches Hauptziel, den Nordpol. Jedoch trug seine Fahrt zumindest zur Erkundung von Franz-Joseph-Land bei, indem die letzte verbleibende große Kenntnislücke geschlossen wurde: die Ausdehnung des Archipels nach Osten.

Jagdschiffe 1899 Franz-Joseph-Land
Erneut besuchten kleinere norwegische Jagdfahrzeuge den Archipel: AVANCE und MARIE

STELLA POLARE Expedition
Luigi Amadeo di Savoia (Ludwig Amadeus von Savoyen), Herzog der Abruzzen, naher Verwandter des spanischen und des italienischen Königs, unternahm in seinem Leben mehrere Expeditionen, darunter 1899/1900 seine Franz-Joseph-Land Expedition, die sowohl den Nordpol erreichen, als auch den arktischen Archipel weiter erforschen sollte - mit Schwerpunkt auf geophysikalischen und meteorologischen, sowie biologischen Themen. Hierzu erwarb er das norwegische Walfangschiff JASON, einen robusten Motorsegler, der nach Umbauten für den Expeditionseinsatz in STELLA POLARE umbenannt wurde. 1899 sind die Eisverhältnisse in Franz-Joseph-Land erneut ungewöhnlich günstig, sodaß die STELLA POLARE zunächst bis 82° 4´N vordringen kann, nachdem sie zuvor im Bereich der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKarl-Alexander Insel kleinere noch bestehende weiße Flecken auf der Landkarte des Archipels durch Vermessungsarbeiten hatte füllen können. Schließlich ging sie in der Teplitzbucht der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterRudolf Insel vor Anker, wo an Land die Überwinterungsstation errichtet wurde: ein Wohnhaus, ein wintertaugliches Zelt für die Ponies, mehrere Hundehäuser und die Bauten für die Meßinstrumente.
Während des Winters beschädigten Eispressungen die STELLA POLARE und schoben sie ins Ufer-Flachwasser, weshalb sie geräumt, aber notdürftig abgedichtet wurde, alle 20 Expeditionsmitglieder einschließlich der norwegischen Schiffsbesatzung zogen in die Landstation um, wo während der Polarnacht neben dem wissenschaftlichen Meßprogramm und den täglichen Arbeiten auch die für das Frühjahr geplante Schlittenexpedition zum Nordpol vorbereitet wurde.

 

Die Routen der STELLA POLARE innerhalb des Archipels auf der durch die Expedition im Norden verbesserten Karte von Franz-Joseph-Land.
STELLA POLARE beschädigt vor Teplitzbucht.
Rückmarsch vom Nordpolversuch über aufgebrochenes Eis.
Die HERTHA 1900 auf der ersten Franz-Joseph-Land Kreuzfahrt.

1900: STELLA POLARE, HERTHA Kreuzfahrt

STELLA POLARE (Herzog der Abruzzen)
(Fortsetzung von > 1899) Während der Überwinterung verlor der Herzog durch Frost mehrere Fingerspitzen, sodaß er als Leiter des Vorstoßes zum Nordpol ausfiel. Diese Rolle übernahm stattdessen Umberto Cagni. Ein mißglückter erster Versuch Mitte Februar scheiterte und kostete wertvolle Zeit. Am 11. März erfolgte der erneute Aufbruch von der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterRudolf Insel mit den Hundeschlitten nach Norden, wobei das eigentliche Nordpolteam zunächst mit weiteren Schlitten unterstützt wurde, die dem Transport der anfänglich großen Verpflegungs- und Futtermengen für die insgesamt 2-monatige Tour dienten. Insgesamt starteten 10 Männer mit 13 Schlitten und 104 Hunden. Noch in Sichtweite der nördlichsten Inseln kehrte das erste dieser Hilfsteams nach erfüllter Aufgabe um - doch seine Mitglieder Querini, Ollier und Støkken werden nie wieder gesehen.
Das Eis erweist sich als äußerst schwierig und unwegsam, sodaß Cagni am 25. April angesichts der bereits benötigten Zeit und des noch bevorstehenden Rückmarsches auf 86° 31´N die Umkehr beschließt - und der Rückweg in die Teplitzbucht über unzuverlässiger und weicher werdendes, aufbrechendes Eis mit wachsenden Spalten wird schwierig genug und dauert bis zum 23. Juni, einen Monat länger als geplant, sodaß auch die Vorräte stark rationiert werden müssen.
Es gelingt, die STELLA POLARE ausreichend abzudichten und aus ihrem Eisgefängnis freizubekommen, sodaß das Schiff am 16. August die Teplitzbucht verlassen kann und auch die Heimreise mit der Expedition übersteht. 
Der Nordpol wurde zwar nicht erreicht, doch 86°31´N blieb für 8 Jahre die nördlichste von Menschen erreichte Breite. Darüber hinaus leistete die Expedition während ihres Jahres in der Teplitzbucht wertvolle geophysikalische und meteorologische Arbeit und verbesserte die Landkarte des Archipels in seinem nördlichsten Teil. Von der verschwundenen Schlittengruppe Querini, Ollier und Støkken fehlt jedoch bis heute jegliche Spur, sodaß sich die Zahl der Toten in Franz-Joseph-Land nach Otto Krisch (TEGETTHOFF Expedition) und Bentsen (Wellman Expedition) auf 5 erhöhte.

HERTHA Jagdkreuzfahrt
Kapitän Wilhelm Bade aus Wismar, Pionier der Entwicklung touristischer Nordland-Kreuzfahrten, organisierte 1900 erstmalig eine touristische Seereise nach Franz-Joseph-Land - primär für wohlhabende Jagdtouristen, denen noch Eisbären in ihrer Trophäensammlung fehlten. Neben Deutschen waren auch Italien und die Niederlande unter den Teilnehmern vertreten. Insbesondere für die teilnehmenden Italienern war die Hoffnung auf eine Begegnung mit der STELLA POLARE und dem Herzog der Abruzzen ein wichtiger weiterer Reisegrund. Die hierfür gecharterte norwegische HERTHA begann die Fahrt in Trondheim und hielt sich über die 2. Augusthälfte im Süden von Franz-Josef-Land zwischen Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterSalm Insel und Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterBell Insel auf, um anschließend auch noch den Südosten des Spitzbergen-Archipels zu besuchen. Eine Begegnung mit der aus Franz-Joseph-Land zurückkehrenden STELLA POLARE erfolgte auf der Hinfahrt bei Hammerfest, sodaß die Gäste der HERTHA in der Tat die Ersten waren, die von den Ereignissen der Überwinterungsexpedition erfuhren.

Fangschiffe in Franz-Joseph-Land:
1900 waren mindestens weitere 6 norwegische Fangfahrzeuge in den Gewässern von Franz-Joseph-Land unterwegs: MARIE, DUEN, AVANCE, ANNA, FAMILIEN und DIANA.  

 

Die JERMAK im Eis.
Baldwins gewagte geplante Nordpolroute mit Rückweg über Grönland.
Das Expeditionsteam der Baldwin-Ziegler Expedition auf der AMERICA - Evelyn Briggs Baldwin ist der vierte von links (sitzend) in der ersten Reihe.
Die Arbeiten während des Winters waren vor allem auf die Vorbereitung des geplanten Nordpol-Vorstoßes ausgerichtet - hier Innenarbeiten auf der AMERICA vor Camp Ziegler.

1901: JERMAK, Baldwin-Ziegler

JERMAK Eisbrecherfahrt
Die in Großbritannien gebaute und von Russland erworbene JERMAK war der erste wirklich arktistaugliche Eisbrecher. Admiral Makarow, zentraler Förderer des Einsatzes von Eisbrechern zur Entwicklung des russischen Nordens, unternahm mit der JERMAK 1899 eine Spitzbergenfahrt und steuerte 1901 Franz-Joseph-Land und Nowaja Semlja an, wobei er in Franz-Josef-Land auch die Baldwin-Ziegler Expedition traf. Gleichzeitig war dies die erste russische Fahrt nach Franz-Josef-Land - doch das frühe und konsequente Setzen auf Eisbrecher sollte sich später für Russland bei der Auseinandersetzung über die Souveränität über Franz-Joseph-Land im Wettstreit mit Norwegen auszahlen.

CAPELLA Suchexpedition
Angehörige des 1900 bei der Nordpoltour der STELLA POLARE verschollenen Norwegers Støkken finanzierten eine Suchexpedition des norwegischen Fangschiffs CAPELLA nach Franz-Joseph-Land, das schon 1899 für die Wellman Expedition den Archipel befahren hatte. Eis behinderte das Schiff zwischen den Inseln stark und die Suche blieb ergebnislos, wobei u.a. » Kap Flora angesteuert und dort ein Gedenk-Obelisk aufgestellt wurde.

Fangfahrten:
1901 operierten die norwegischen Fangboote ANNA, CHRISTIANE, FAMILIEN und GRØNLAND in Franz-Josef-Land.

Baldwin-Ziegler Expedition 1901-02
Der US-amerikanische Millionär William Ziegler, der sein Vermögen vor allem mit Backpulver gemacht hatte, ließ sich von Evelyn Briggs Baldwin überzeugen, eine weitere sehr aufwändige amerikanische Nordpolexpedition unter Führung von Baldwin zu finanzieren, obwohl Baldwins Leistungen als zweiter Leiter hinsichtlich seiner Menschenführung schon bei der Wellman Expedition Anlaß zu Skepsis geliefert hatten. In der Hoffnung, seinen Namen mit der Polarforschung verbinden zu können, stellte Ziegler Baldwin enorme Mittel zur Verfügung, um ein auf fünfjährige Dauer geplantes Expeditionsprojekt zu verwirklichen. Eines der stärksten damaligen schottischen Walfangschiffe, die ESQUIMAUX, wurde 1900 von Baldwin erworben und zum Expeditionsschiff AMERICA umgerüstet. Die gecharterte BELGICA, bereits damals ein berühmtes Polarschiff, brachte im Sommer 1901 Verpflegungsvorräte zu den Bass Rocks vor der Pendulum Insel in Nordost-Grönland, da Baldwins Plan darin bestand, nach Erreichen des Nordpols über das Eis Richtung Nordgrönland weiter zu ziehen, teilweise die Eisdrift nutzend. 
Ende Juli 1901 stach die AMERICA von Nordnorwegen aus in See, begleitet von der zusätzlich gecharterten FRIDTJOF - schon für die notwendigen Transporte hätte die AMERICA allein nicht ausgereicht: neben dem 42-köpfigen Expeditionsteam (zusätzlich zu den skandinavischen Schiffsmannschaften) mußten russische 420 Schlittenhunde (für die 7 russische Hundeführer sorgten), 15 Ponies, riesige Dauerproviant- und Futtermengen und das Material für eine gut ausgerüstete mehrjährige Basis nach Franz-Joseph-Land transportiert werden. Zum Team gehörten neben Wissenschaftlern, Arzt und Handwerkern auch der amerikanische Maler Russell Williams Porter und Antony Fiala als Photograph und stellvertretender Leiter. Wohl keine arktische Überwinterungsexpedition hatte bis dahin über so umfangreiche Ressourcen verfügt.
Das Hauptlager der Expedition, Camp Ziegler, wurde im Südosten der » Alger Insel am Ufer einer ausgedehnten Küstenebene aus vorgefertigten Hütten errichtet, die durch Anbauten, Hundzwinger, eine Anlage für Wetterballonstarts und in einigem Abstand durch ein magnetisches und ein astronomisches Observatorium ergänzt wurden. Ein weiterer Außenposten lag im Westen der Insel.
Die FRIDTJOF kehrte Ende August zum norwegischen Festland zurück. Eisprobleme behinderten die ursprünglich geplanten Schiffseinsätze der AMERICA innerhalb von Franz-Joseph-Land sowohl hinsichtlich einer ursprünglich viel weiter nördlich geplanten Errichtung der Hauptbasis, als auch zum Ausbringen von Depots, schränkten die weiträumigere Erkundung des Archipels per Schiff ein und verhinderten eine ursprünglich geplante weitere Versorgungsfahrt mit Nachschub vom Festland zur Station. Erreicht wurde unter anderem mit der AMERICA im Oktober 1901 die relativ nahe » Pritchett Insel. Über den Winter ließ man die AMERICA einfrieren - eine Telefonleitung und eine Stromleitung verbanden Schiff und Station.
Neben wissenschaftlicher Arbeit im Bereich der Station und Erkundung im näheren Umkreis wurde der Winter für die Vorbereitung der für das nächste Frühjahr geplanten Schlittenfahrten genutzt. Da die schwierigen Eisverhältnisse das Errichten der Ausgangsbasis im Norden verhindert hatten, sah Baldwin den geplanten Vorstoß zum Nordpol durch die nun größere Distanz gefährdet und setzte darauf, die nötigen Depots zeitig im Frühjahr per Schlitten vor dem eigentlichen Vorstoß auszubringen, was gegenüber dem ursprünglich vorgesehenen Schiffstransport eine ungleich höhere Belastung darstellte. Mit seinem teils rücksichtslosen Verfolgen des imageträchtigen Nordpolziels, ähnlich wie schon 1898/99 auf der Wellman Expedition, riskierte er Konflikte im Team. Dem Nordpolziel wurde alles andere untergeordnet: die Wissenschaftler kamen nur wenig zu ihrer Forschungsarbeit, da sie in die Vorbereitungsarbeiten eingespannt wurden. Bei den vorbereitenden Transporten der Depotausrüstung in den ersten Tagesetappen untersagte er, um mehr Material befördern zu können, das Mitführen von Schlafsäcken - mit Erfrierungen als Folge. Angesichts zunehmender Unruhe in der Mannschaft, in der Erzählungen über Baldwins Führungsstil auch bei der Wellman Expedition nicht gerade das Vertrauen verstärkten, verbot Baldwin sogar seiner Expeditionsmannschaft das Führen privater Tagebücher. Schon in der Vorbereitung hatte es ernste Konflikte zwischen Baldwin und dem Kapitän der AMERICA gegeben, die sich während der Expedition zuspitzten.
Zusätzlich zur durch die angetroffenen Eisverhältnisse bedingten ungünstigen Ausgangsposition im Zentrum des Archipels war die Expedition daher schon von Anfang an auch psychologisch durch schlechte Stimmung und fehlendes Vertrauen in den Leiter belastet.

 

Camp Ziegler mit AMERICA.
Unterwegs auf Schlittentour nach Norden.
Eingerichtetes Verpflegungsdepot.
Am Überwinterungsplatz von Nansen und Johansen.
Startvorbereitung eines Ballons an Camp Ziegler - links der Wasserstoffapparat für die Gasfüllung.

1902:  Baldwin-Ziegler Expedition

Teils rücksichtslos angetrieben von Baldwin - mit entsprechend widerwilliger Haltung vieler Teammitglieder - wurden im ausgehenden Winter zunächst mit zahllosen Schlittenfahrten drei große Depots in Richtung Norden bis zur Opens internal link in current windowRudolf Insel angelegt, die den anschließend geplanten Vorstoß zum Nordpol unterstützen sollten. Für das größte dieser Depots wurde sogar die zunächst im Westen der Alger Insel aufgestellte Hütte aus Fertigteilen wieder demontiert und im Südwesten der Opens internal link in current windowGreely Insel wieder aufgebaut, um darin die Versorgungsgüter geschützt lagern zu können. Baldwin, Mitglied der New Yorker Freimaurerloge "Kane Lodge" (benannt nach dem amerikanischen Polarfahrer Elisha Kane) hoffte, daß diese Hütte unter anderem für seine Freimaurer in Zukunft nützlich sein könnte und nannte sie daher "Kane Lodge" (aktuelle Funde von 2012: Opens internal link in current windowGreely Insel).
Die mit der Depotausbringung verbundenen Strapazen kosteten etwa der Hälfte der Zugtiere direkt oder indirekt das Leben, auch das Zugtierfutter schwand bei diesen hohen Anforderungen rasch und ein guter Teil der Schlitten ging zu Bruch. Darüber hinaus erwies sich das Eis im voranschreitenden Frühjahr als wenig brauchbar, sodaß letztlich an den geplanten Vorstoß zum Nordpol nicht zu denken war. Ferner erwiesen sich die Kohlevorräte als unzureichend - ungeachtet der ansonsten reichlichen Ressourcen war Baldwin bei seiner Expeditionsplanung offensichtlich einerseits von zu optimistischen Annahmen ausgegangen, während gleichzeitig der Kampf mit dem dichten Treibeis des Vorjahres mehr Kohle gekostet hatte, als erwartet. An eine weitere Überwinterung mit der ganzen Mannschaft, einschließlich Reserven für die Schiffsmaschinen, um damit nach Norwegen zurückkehren zu können, war nicht zu denken.
Baldwins Konzepte, die Expedition doch noch zu retten, wurden zunehmend desperater, da es keine klaren Absprachen für Nachschub vom Festland 1902 gab: so schickte er 15 Wetterballons mit insgesamt 300 wasserdichten Schwimmern los, die jeweils einen schriftlichen Notruf nach Kohlenachschub enthielten. Etliche dieser Botschaften wurden tatsächlich gefunden - von Island bis Nowaja Semlja, allerdings erst Jahrzehnte später. Eine von Baldwin angestrebte Notlösung, die AMERICA mit dem Großteil der Expedition nach Norwegen zurückzuschicken, um von dort einerseits Nachschub zu sichern und andererseits mit einem kleinen Team selbst zu bleiben und nach einer weiteren Überwinterung Anfang 1903 den Nordpolvorstoß zu wagen, scheiterte ebenfalls: es fanden sich keine Freiwilligen, die bereit waren, sich auf einen weiteren Winter mit ihm und knappen Vorräten einzulassen. Spätestens in diesem Augenblick, als er auf Rückhalt bei seinen Männern angewiesen war, rächte sich Baldwins mangelnde Eignung als vertrauenserweckender und inspirierender Leiter.
So blieb Baldwin nichts anderes übrig, als Camp Ziegler im Juli 1902 mit der gesamten Expedition zu verlassen. Am 1. August 1902 erreichte die AMERICA Tromsö. Hier traf er zur allseitigen Überraschung auf Zieglers Vertrauten und Sekretär Champ, der gerade eine Unterstützungsmission mit der FRIDTJOF für die Fortsetzung der Gesamtexpedition 1903 vorbereitete und im Begriff war, nach Franz-Josef-Land abzusegeln. Angesichts der durch die gescheiterten Pläne Baldwins völlig veränderten Situation wurde auch die Unterstützungsfahrt der FRIDTJOF abgeblasen.
Baldwins Strategie, alles auf den geplanten Nordpol-Vorstoß zu setzen, erwies sich damit als Desaster, denn im Gegensatz zu vorherigen derartigen Expeditionen, die ihr Nordpol-Ziel nicht verwirklichten, dafür jedoch immerhin wesentliche Forschungsergebnisse vorlegen konnten, war auch das wissenschaftliche Resultat der Expedition äußerst bescheiden, da die Wissenschaftler ebenfalls stark in die Nordpolvorbereitungen eingebunden worden waren und entsprechend wenig Zeit für ihre Forschung hatten. Insofern brachte die bisher bestausgestattete und teuerste Franz-Joseph-Land Expedition beschämend geringe Resultate nach Hause, auch wenn Baldwin mühsam versuchte, auf vergleichsweise zweitrangige Erfolge, wie z.B. die ersten Filmaufnahmen aus Franz-Joseph-Land, das reiche Fotomaterial, oder gar den Besuch von Nansens Überwinterungsplatz zu verweisen. Zu diesen Ergebnissen zählen auch die eindrucksvollen Gemälde von Expeditionsmaler Russell Williams Porter - und natürlich die bereits angelegten Depots für einen Nordpol-Vorstoß. Spötter merken an, daß Baldwins bedeutendste Leistung darin bestand, Ziegler zur Finanzierung der Expedition überredet zu haben.
Während die Expeditionsmitglieder vertraglich zu Stillschweigen über die Vorkommnisse während der Expedition verpflichtet waren, galt dies nicht für die skandinavische Besatzung der AMERICA, über die bald Informationen über die Probleme der Expedition in die Medien drangen, Kapitän Johanssen führte sogar einen Rechtstreit mit Baldwin, allerdings mit nur begrenztem Erfolg.
Camp Ziegler auf der Opens internal link in current windowAlger Insel war die umfangreichste Überwinterungsstation der Pionierzeit und ist selbst in seinen nach hundert Jahren stark verfallenen Relikten durch die Vielzahl an noch erkennbaren Details ein interessanter und berührender Platz - heute durch unachtsam herumtrampelnde Besucher,  darüber hinaus aber auch durch rasch voranschreitende Küstenerosion gefährdet.

Fangfahrten:
Für 1902 ist nur der Besuch der norwegischen FREYA unter Kapitän Thomassen überliefert.

 

Kanubau im Hauptlager.
Russell Williams Porter: Hundeschlitten in Eispressungen.
Russell Williams Porter: Camp auf Peace Point, Northbrook Insel.
Russell Williams Porter: Nächtlicher Bärenbesuch.
Russell Williams Porter: Grab von Sigurd Myhre, 1904.
Weihnachten 1904, Basis Teplitzbucht.
Ausguckposten auf Kap Dillon, 1905.
Kap Dillon: TERRA NOVA in Sicht.
Russell Williams Porter: Portraits Fialas an Beginn und Ende der Expedition.
Karte der Fiala-Ziegler Expedition 1903-05: mit ihr wurde auch die letzte größere Lücke mit der Kartierung der dicht zusammen liegenden Inseln und schmalen Sunde im mittleren Norden des Archipels geschlossen.

1903: Fiala-Ziegler Expedition

Trotz des entmutigenden Resultats der Aktivitäten unter Leitung Baldwins in den Jahren 1901-02 und der daraus folgenden ungeplanten Unterbrechung über den Winter 1902/03 war William Ziegler entschlossen, sein Expeditionsprojekt fortzusetzen, zumal ja immerhin einige weiter nutzbare Vorarbeiten in Franz-Joseph-Land bereits geleistet waren. Zum Leiter bestimmte er jedoch Anthony Fiala, den bisherigen Stellvertreter. Mit dem Expeditionsschiff AMERICA gelang es im Sommer 1903 tatsächlich, die » Rudolf Insel zu erreichen, wo in der Teplitzbucht bei den Resten des "Camp Abruzzi" der Expedition des Herzogs von Savoyen (1899/1900) die neue Überwinterungsbasis eingerichtet wurde, einschließlich wissenschaftlicher Ausstattung, und ihren Forschungsbetrieb aufnahm. Allerdings wurde kurz vor Weihnachten die vor der Station eingefrorene AMERICA Opfer der Eispressungen und sank, wodurch die Expedition ihres Rückkehrfahrzeuges beraubt und auch in ihren Operationsmöglichkeiten innerhalb des Archipels während der Sommer wesentlich eingeschränkt war.

Jagdschiffe

1903 operierte die norwegische NORA unter Kapitän Brækmo in Franz-Josef-Lands Gewässern.

 

1904: Fiala-Ziegler Expedition

Der Verlust des Expeditionsschiffs AMERICA während des Winters zwang Fiala, die Expeditionsplanung zu verändern. Im Frühjahr 1904 wurden zwar zwei Versuche unternommen, den Nordpol von der » Rudolf Insel aus per Hundeschlitten zu erreichen, die jedoch an den Eisverhältnissen scheiterten. Anschließend sah sich Fiala veranlaßt, sicherheitshalber einen großen Teil seiner Expeditionsgruppe sowie der Mannschaft der AMERICA südwärts zu verlagern, da zwar ein Unterstützungsschiff im Sommer 1904 erwartet wurde, jedoch unklar war, ob diesem die Eisverhältnisse ein Vordringen bis zur Rudolf Insel erlauben würden. Für diesen Umzug so vieler Menschen auf einer mehrtägigen Schlittenreise erwiesen sich die unter Baldwin eigentlich für dessen geplanten Nordpolvorstoß 1902 angelegten Depots als wertvoll. Ab Frühjahr 1904 war daher die Fiala-Ziegler Expedition über den Archipel verteilt: ein kleiner Teil verblieb in der Basis in der Teplitz-Bucht und setzte dort auch die Forschungsarbeiten fort, während zumindest zwischenzeitlich auch Camp Ziegler auf der » Alger Insel genutzt wurde. Der größte Teil der Mannschaft bezog die alte Elmwood Station Jacksons (1894-97) auf » Kap Flora, wo am ehesten mit Kontakt mit einem Hilfsschiff gerechnet werden konnte. Kap Flora war hierfür mit Brennstoffen und Vorräten nicht ausgestattet, die nur begrenzt auf Schlitten dorthin mitgebracht bzw. von Camp Ziegler geholt werden konnten, doch fand sich zufällig im Berghang oberhalb des Camps ein Kohleflöz, dessen Abbau das Energieproblem löste, und die knappen Verpflegungsvorräte konnten durch Jagd aufgebessert werden.

Der Schiffsverlust im ersten Winter war ein Schock, der sich jedoch angesichts reichlicher Vorräte, weiter bestehender Aufgaben und vertrauenserweckender Führung auf die Motivation zunächst nicht auswirkte. Im Frühjahr 1904 stellte sich dann heraus, daß das größte Einzelziel der Expedition, das Erreichen des Nordpols, aufgegeben werden mußte - und im darauf folgenden Sommer 1904 blieb das erhoffte Hilfsschiff aus. Beides zusammen - Wegfall des greifbarsten Expeditionsziels und Unsicherheit über die Zukunft bei gleichzeitig schwindenden Vorräten - dämpfte ab Spätsommer 1904 die Stimmung spürbar. Hinzu kam die schwieriger werdende Führung: Um die Forschung aufrecht zu erhalten, und gleichzeitig aber zur Vorbereitung einer Abholung auch bei schwierigen Eisverhältnissen einen Teil der Mannschaft schon im Süden zu haben, ergab sich die Verteilung wechselnder Teilgruppen über weite Teile des Archipels und damit untereinander nur begrenzte Kontakte. In Kombination mit der belastenden Unklarheit über das Nahen eines Hilfsschiffs und schrumpfenden Vorräte stellte die zweite Überwinterung daher eine erhebliche psychische Belastung bei teilweise schwindender Motivation dar.

Jagdschiffe:
Für 1904 ist ein Aufenthalt der norwegischen Fangschiffe STAIRS (Kapitän Thomassen) und ALKEN (Kapitän Jensen) in den Gewässern Franz-Joseph-Lands bekannt, wobei es jedoch offensichtlich nicht zu Kontakt mit der Fiala-Ziegler Expedition kam.

 

1905: Fiala-Ziegler Expedition, letzte frühe Pioniere

Nach durchstandener Polarnacht ließ Expeditionsleiter Fiala das Hauptlager auf der Rudolf Insel in der Teplitzbucht endgültig räumen, um die gesamte Expedition für die erwartete Ankunft eines Hilfsschiffs im Süden des Archipels zu haben. Neben der Elmwood Station Jacksons auf Kap Flora (» Northbrook Insel) und Camp Ziegler auf der » Alger Insel als Hauptstandorten wurde ein zusätzlicher improvisierter Ausguckposten auf Kap Dillon im Südwesten der » McKlintock Insel eingerichtet, der dann tatsächlich als erster Kontakt mit der TERRA NOVA bekam. Diese war von Expeditionsfinanzier Ziegler als Entsatzschiff losgeschickt worden, erneut wie schon 1902 unter Leitung von Zieglers Sekretär William Champ. Ziegler verstarb allerdings während des Aufbruchs der TERRA NOVA von Nordnorwegen aus. Bis auf den an einer unklaren Erkrankung verstorbenen Sigurd Myhre hatten alle Mitglieder der Fiala-Ziegler Expedition überlebt und konnten von der TERRA NOVA an Kap Dillon (von Camp Ziegler dorthin über die noch eisbedeckten Sunde ziehend) und am Kap Flora aufgenommen werden. Insbesondere Fiala selbst war von den Anspannungen der mehrjährigen Expedition unter den seit Verlust des Expeditionsschiffs schwierigen Bedingungen auch körperlich gezeichnet, wie auf den Portraitbildern des Expeditionsmalers Russell Williams Porter deutlich zu sehen ist.
Im Gegensatz zur vorhergehenden Baldwin-Ziegler Expedition brachte Fiala weitaus umfangreichere wissenschaftliche Beobachtungsreihen eines rund zweijährigen durchgehenden Zeitraums aus dem äußersten Norden von Franz-Joseph-Land mit, die die vorherigen Ergebnisse der STELLA POLARE Expedition (1899/1900) von der Rudolf Insel ergänzten. Darüber hinaus trug die Fiala-Ziegler Expedition zur weiteren Detailerkundung des Archipels bei - insbesondere kartierte sie den letzten größeren weißen Flecken im mittleren Norden der Inselgruppe um die nach dem Expeditionsmäzenen benannte » Ziegler Insel, die erst durch diese Expedition als von den Nachbarn Salisbury Insel und » Champ Insel (benannt nach dem Leiter der Rettungsexpeditionen beider Ziegler-Expeditionen) getrennte, eigene Insel erkannt wurde.

Ende der frühen internationalen Pionierphase:
Durch den überraschenden Tod des Expeditionsfinanziers William Ziegler, der in die beiden Ziegler-Expeditionen insgesamt über eine Million US-Dollar investiert hatte, kam eine ursprünglich angedachte Fortsetzung der Expedition im Jahr 1906 weder finanziell noch inhaltlich in Frage: In Expertenkreisen galt mittlerweile die Idee einer Erreichung des Nordpols per Schlitten von Franz-Joseph-Land als nicht verwirklichbar und die folgenden internationalen Nordpolprojekte setzten daher zunächst auf Nordkanada und Nordgrönland als noch polnähere Land-Ausgangspunkte für Schlittenexpeditionen.
Die Fiala-Ziegler Expedition hatte außerdem die letzten größeren weißen Flecken auf der Karte von Franz-Josef-Land ausgefüllt, sodaß hier keine spektakulären Landentdeckungen mehr zu erwarten waren und das internationale Interesse an dem Archipel zunächst etwas erlahmte. In den Folgejahren blieb die Inselgruppe weitgehend Jägern - vor allem aus Norwegen - und ab 1912 zusätzlich wieder vor allem russischen Expeditionen überlassen, die sich für die noch herrenlosen Inseln und Meeresverhältnisse nördlich des russischen Festlandes zu interessieren begannen. 
Möglicherweise sind allerdings die Chroniken der folgenden Jahre etwas einseitig: Norwegen sammelte in Zusammenhang mit dem Streit über die Souveränität über Franz-Joseph-Land um 1930 systematisch alle zugänglichen Informationen über dortige Aktivitäten - natürlich mit besonderem Augenmerk auf die in Norwegen auch leichter zugänglichen Informationen über norwegische Fahrten, sodaß diese vermutlich besser dokumentiert sind. Aus Russland sind derartige Zusammenstellungen nicht bekannt und Informationen über Reisen etwa russischer privater Jagdschiffe nach Franz-Josef-Land mögen außerdem in den Revolutionswirren verlorengegangen sein. Ebenso sind auch unbekannt gebliebene kleinere Fahrten von Schiffen aus anderen Ländern denkbar. 
Die Zeit der frühen internationalen Pioniere in Franz-Joseph-Land ging jedenfalls mit der Fiala-Ziegler Expedition damit zu Ende. 

Jagdschiffe
1905 operierte erneut die norwegische STAIRS unter Kapitän Thomassen auch in den Gewässern von Franz-Josef-Land.

Ergänzungen und Fehlerhinweise sind willkommen !

1906

1906 operierten die norwegischen Fangschiffe PRESTO (Kapitän: Jonas), VENUS (Kapitän: Virkola) und STAIRS (Kapitän: Thomassen) auch in den Gewässern von Franz-Joseph-Land.

 

1907

1907 operierten die norwegischen Fangschiffe AUTUMN (Kapitän: Kræmer), STAIRS (Kapitän: Thomassen) und SEVERN (Kapitän: Brækmo) auch in den Gewässern von Franz-Josef-Land.

 

1908

1908 war mit 11 norwegischen Fangschiffen eines der Jahre mit der stärksten norwegischen Jagdaktivität in den Gewässern von Franz-Joseph-Land: ALFRED EDVARD (Kapitän: Stensvold), AUTUMN (Kapitän: Kræmer), COLIBRI (Kapitän Isachsen), GRØNLAND (Kapitän: Isachsen), SEVERN (Kapitän: Brækmo), SPITSBERGEN (Kapitän: Isachsen), STAIRS (Kapitän: Thomassen), SUSAN (Kapitän: Johansen), SYVENDE JUNI (Kapitän: Hansen), VENUS (Kapitän: Virkola), VICTORIA (Kapitän: Johannessen).

 

BELGICA vor der Pritchett Insel, Hamilton Channel.
Walrossjagd vom Ruderboot aus vor der Pritchett Insel, Hamilton Kanal.

1909: Herzog von Orleans (BELGICA)

Prinz Phillippe, Duc d'Orléans (24. August 1869 – 28. März 1926) und theoretischer französischer Thronfolger, war sowohl begeisterter Segler als auch Jäger und unternahm etliche Seereisen in die Arktis, darunter 1904 und 1905 nach Spitzbergen, 1907 in die Kara See und 1909 nach Ostgrönland, Jan Mayen und Franz-Joseph-Land, wobei das Hauptaugenmerk der privaten Jagd galt. Als Schiff nutzte er für seine Arktisfahrten ab 1905 die BELGICA, die schon durch ihre Antarktis-Expedition unter Gerlache 1897-99 berühmt geworden war und die die Baldwin-Ziegler Expedition 1901 durch Anlegen von Depots in Nordost-Grönland für den geplanten Rückweg der Nordpolgruppe Baldwins unterstützt hatte.
Im August 1909 operierte die private Jagdexpedition während ihres mehrtägigen Aufenthaltes in Franz-Josef-Land vor allem im zentralen Süden des Archipels und der Herzog berichtete stolz über seine Jagderfolge (überwiegend von Bord der BELGICA oder deren Beibooten aus): mehrere Walrosse und Eisbären, eine Robbe und eine Reihe von Vögeln. Der einzige bekannte Landgang erfolgte auf der Westseite der » Pritchett Insel. Schwierige Eisverhältnisse verhinderten ein weiteres Vordringen in den Archipel und weitere Landungen.

Fangschiffe:
1909 operierten 3 norwegische Fangschiffe auch in den Gewässern von Franz-Josef-Land: SEVERN (Kapitän: Brækmo), STAIRS (Kapitän: Thomassen) und VICTORIA (Kapitän: Johannessen).

 

 

1932 - Erste Umrundung durch die KNIPOWITSCH

Das kleine sowjetische eisgängige Motorschiff KNIPOWITSCH, erst 1928 in Norwegen gebaut, startete am 18. August 1932 mit 10 Mann Besatzung und 6 Wissenschaftlern unter Leitung von Professor N. N. Zubow zu einer Forschungsfahrt mit vor allem ozeanographischen Zielsetzungen in die Barentssee, bei der unter anderem auch die erste Umrundung des Franz-Joseph-Land Archipels auf seiner Nordseite gelang.

 

 

Diese Unterseite ist noch in Arbeit - die noch fehlenden Jahre werden schrittweise ergänzt.

 

 


1990 

Bemannte Stationen:

Die Grenztruppenbasis Nagurskoje auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlexandra Land, Krenkel auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHayes Insel, die Luftwaffenbasis auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterGraham Bell Land und die Stationen auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterVictoria Insel und in der Teplitz Bucht auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterRudolf Insel sind ganzjährig in Betrieb.

Schiffsanläufe:

PROFESSOR MOLCHANOV: Das sowjetische Forschungsschiff PROFESSOR MOLCHANOV diente im Sommer 1990 einer sowjetisch-norwegisch-österreichischen Forschungsexpedition nach Franz-Joseph-Land als schwimmende Basis. Besucht wurden unter anderem Kap Flora, Tichaja Bucht, Kap Norvegia und die Teplitz Bucht. Einen Schwerpunkt bildeten kurze Bestandsaufnahmen an historisch wichtigen Plätzen.

ROSSIYA: Der sowjetische nuklear getriebene Eisbrecher ROSSIYA fuhr vom 30. Juli ab Murmansk mit einer internationalen (überwiegend deutschsprachigen) Touristengruppe in Murmansk über Franz-Joseph-Land (u. a. Landgang in der Krenkel Station auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHayes Insel) zum Nordpol und war am 15. August wieder zurück in Murmansk - Preise ab US-$24500 pro Person.

Fehler ? Ergänzungen ? Bilder ? Ich freue mich über sachkundige Kontakte !


1991 

Bemannte Stationen:

Die Grenztruppenbasis Nagurskoje auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlexandra Land, Krenkel auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHayes Insel, die Luftwaffenbasis auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterGraham Bell Land und die Stationen auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterVictoria Insel und in der Teplitz Bucht auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterRudolf Insel sind ganzjährig in Betrieb.

Im Sommer 1991 reaktivierte eine sowjetisch-norwegisch-polnische Gemeinschaftsexpedition für zwei Monate zwei alte Gebäude im Ostteil der ehemaligen Station in der Tichaja Bucht auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHooker Insel als ihre Saisonbasis für hydrometeorologische und biologische Studien während des Sommers.

Schiffsanläufe:

DAGMAR AAEN: Dem deutschen Berufsabenteurer Arved Fuchs gelang es, im Rahmen seiner dreijährigen "Icesail Expedition" (Umrundungsversuch des Arktischen Ozeans) mit seinem historischen Motorsegler DAGMAR AAEN die erste Genehmigung für eine touristische Fahrt mit einem nichtrussischen Schiff auch nach Franz-Joseph-Land zu erhalten und besuchte den Archipel im August 1991. Landungen erfolgten unter anderem am Grab von Otto Krisch auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterWilczek Insel (Sicherung einer Nachricht der TEGETTHOFF Expedition aus dem benachbarten Steinmann), Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Flora, Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKrenkel Station, Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Frankfurt (Besteigung), Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Tegetthoff und der Westseite der Negri-Kanal Mündung (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterMcKlintok Insel).

POMOR: Das sowjetische Forschungsschiff POMOR operierte im Sommer 1991 im Rahmen der sowjetisch-norwegisch-polnischen Gemeinschaftsexpedition in Franz-Josef-Land, insbesondere zur Installation der Sommerbasis der Expedition im östlichen Teil der alten Station in der Tichaja Bucht auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHooker Insel

SOVETSKIY SOYUS: Der sowjetische nuklear getriebene Eisbrecher SOVIETSKIY SOYUS startete am 27. Juli mit einer Touristengruppe in Murmansk über Franz-Joseph-Land (Landung auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Flora) und weiter über den Nordpol nach Providenyia an der Bering Straße, Expeditionsleiter: Mike McDowell.

WAIGATSCH: Der sowjetische Atomeisbrecher WAIGATSCH besuchte im August 1991 im Rahmen einer Forschungs- und Versorgungsfahrt Franz-Josef-Land.

Fehler ? Ergänzungen ? Bilder ? Ich freue mich über sachkundige Kontakte !


2001

Bemannte Stationen:

Die Grenztruppenbasis Nagurskoje auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlexandra Land ist ganzjährig in Betrieb.

Schiffsanläufe:

Es liegen mir keine klaren Informationen über Reisen mit nichtnuklearen Schiffen vor.
YAMAL: Die YAMAL war 2001 für zwei touristische Nordpolreise im Einsatz. Eine Fahrt begann und endete in Longyearbyen, wobei die Reiseteilnehmer zwischen Schiff und Flughafen Longyearbyen (Spitzbergen) per Bordhubschrauber transferiert wurden, da Schiffe mit Nuklearantrieb nicht in Spitzbergens Territorialgewässer fahren dürfen. Die zweite Fahrt (Expeditionsleiter: Nikolai Rumianzew und Victor Boyarsky) begann und endete in Murmansk (18.-28. 8. 2001) und besuchte auf Hin- bzw. Rückfahrt in Franz-Joseph-Land Kap Flora, Rubini Rock, Teplitzbucht und Champ, sowie zusätzlich die Inostranzewa Bucht auf Nowaja Semlja. 

Fehler ? Ergänzungen ? Bilder ? Ich freue mich über sachkundige Kontakte !


2002

Besonderes:

Die UNESCO erklärte Franz-Joseph-Land 2002 zum Biosphärenreservat.

Bemannte Stationen:

Die Grenztruppenbasis Nagurskoje auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlexandra Land ist ganzjährig in Betrieb.

Schiffsanläufe:

Es liegen mir keine klaren Informationen über Reisen mit nichtnuklearen Schiffen vor.
YAMAL: Der russische Atomeisbrecher YAMAL war 2002 für mindestens eine touristische Nordpolreise (7.-20. 7. 2002 incl. An- und Abreise bis/ab Spitzbergen) im Einsatz, an deren Anfang und Ende die Reiseteilnehmer zwischen Schiff und Flughafen Longyearbyen (Spitzbergen) per Bordhubschrauber transferiert wurden, da Schiffe mit Nuklearantrieb nicht in Spitzbergens Territorialgewässer fahren dürfen. 

Fehler ? Ergänzungen ? Bilder ? Ich freue mich über sachkundige Kontakte !


2003

Bemannte Stationen:

Die Grenztruppenbasis Nagurskoje auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlexandra Land ist ganzjährig in Betrieb.

Schiffsanläufe:

KAPITAN DRANITSYN: Der dieselelektrische Eisbrecher KAPITAN DRANITSYN wurde 2003 für zwei touristische Fahrten nach Franz-Joseph-Land ab und bis Longyearbyen eingesetzt, wobei die außergewöhnlich schweren Eisbedingungen und die früh gewählten Termine sogar für die KAPITAN DRANITSYN den Fahrbereich auf die Südhälfte des Archipels begrenzten. Termine: 1.-13. 7. 2003 und 13.-25. 7. 2003. Expeditionsleiter: Victor Boyarski.
YAMAL: , Expeditionsleiter Victor Boyarski). 

Fehler ? Ergänzungen ? Bilder ? Ich freue mich über sachkundige Kontakte !


2004

Bemannte Stationen:

Ins Areal der stillgelegten Forschungsstation Krenkel auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHayes Insel wurde 2004 eine kleine moderne neue Stationsanlage gesetzt von der ersten neuen Überwinterungsmannschaft in Betrieb genommen, gleichzeitig wurde mit ersten Aufräumarbeiten der "Sünden" der alten Station begonnen. 
Die Grenztruppenbasis Nagurskoje auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlexandra Land ist ganzjährig in Betrieb.

Schiffsanläufe:

KAPITAN DRANITSYN: Der dieselelektrische Eisbrecher KAPITAN DRANITSYN wurde 2004 für vier touristische Fahrten nach Franz-Joseph-Land ab und bis Kirkenes eingesetzt, bei denen dank ungewöhnlich günstiger Eisverhältnisse auch die Rudolf Insel und die Victoria Insel sogar schon im Juli erreicht werden konnten. Weitere besuchte Punkte: Champ Insel, Kap Heller, Tichaja Bucht (incl. Platau über Station), Kap Norvegia, Kap Tegetthoff, Kap Flora. Expeditionsleiter (alphabetische Reihenfolge): Victor Boyarski, Bud Lehnhausen, Børge Ousland, Andreas Umbreit.
YAMAL: Mit dem russischen Atomeisbrecher YAMAL wurde eine ungewöhnliche Nordpolfahrt angeboten (Helsinki-Murmansk - Franz-Joseph-Land (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterBell Insel und Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Heller und Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Norwegia) - Nordpol - Sewernaja Semlja - Maud Hafen (Taimyr) - Neusibirische Inseln - Wrangel - Pevek. Termin: 31. 7. - 18. 8. 2004, Expeditionsleiter Victor Boyarski). 

Fehler ? Ergänzungen ? Bilder ? Ich freue mich über sachkundige Kontakte !

Die österreichisch-russische Payer-Weyprecht-Gedächtnisexpedition in Franz-Josef-Land, Mai 2005

2005

Besondere Ereignisse:

Ein deutsches Fernsehteam nahm an der alljährlichen herbstlichen Versorgungsfahrt der SOMOV zu den russischen Stationen in der Barentssee teil und hatte offizielle Drehgenehmigungen aus Moskau für sämtliche Stationen. Auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterNagurskoje ließ sie der örtliche Kommandeur jedoch noch nicht einmal von Bord, Krenkel konnte mit strikten Auflagen betreten werden. Auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Tegetthoff wurde das Team Zeuge, wie eine offizielle russische Delegation aus der historischen Überwinterungsstation Gegenstände einsammelte, ohne daß hierzu zumindest eine archäologischen Standards entsprechende Dokumentation angefertigt wurde.

Bemannte Stationen:

Die neue Krenkel Station auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHayes Insel und die Grenztruppenbasis Nagurskoje auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlexandra Land sind ganzjährig in Betrieb.

Schiffsanläufe:

KAPITAN DRANITSYN: Da der dieselelektrische Eisbrecher KAPITAN DRANITSYN im Sommer 2005 zwei touristische Pionierfahrten  in die Kara See (Nowaja Semlja, Sewernaja Semlja, Taimyr, Waigatsch - Leitungen: Victor Boyarski bzw. Andreas Umbreit) im Programm hatte, gab es vorher nur zwei Fahrten nach Franz-Joseph-Land (3.-14. 7. 2005, 14.-25. 7. 2005), beide ab/bis Murmansk. Besucht wurden u.a. Tichaja (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHooker Insel), Kap Norwegia (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterJackson Insel), Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterRudolf Insel (Landung wegen Nebels nicht möglich), Walrosse (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterApollonov-Stoliczka), Kap Heller (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterWilczek Land), Kap Triest (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterChamp Insel), Kap Tegetthoff (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHall Insel), Camp EIRA (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterBell Insel). Ein Taucherteam, an Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Flora währenddessen abgesetzt, suchte dort vergeblich nach Resten der EIRA.), Leitung: Victor Boyarski.
YAMAL: Mit dem Atomeisbrecher YAMAL wurden 2005 vier touristische Nordpolfahrten angeboten, die auch Franz-Joseph-Land kurz berührten - incl. An- und Abreisetage nach/von Murmansk: 1.-16. 7. 2005, 14.-29. 7. 2005, 31. 7. - 14. 8. 2005 und 13.-27. 8. 2005.

Andere touristische Expeditionen:

Payer-Weyprecht-Gedächtnisexpedition: Nach jahrelangen Bemühungen und Vorbereitungen gelang es einer österreichisch-russischen Privatexpedition als einer der Ersten, die Genehmigung für eine private Franz-Joseph-Land Expedition zu erhalten. Die Teilnehmer Dr. Viktor Boyarski (Co-Leiter), Dr. Christoph Höbenreich (Initiator und Leiter), Robert Mühlthaler und Dr. Nikita Ovsianikov (plus Hund Nanuk) ließen sich über Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterNagurskoje zum Ausgangspunkt auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterWilczek Insel ausfliegen. Von der Wilczek Insel aus folgte das Viererteam im Mai 2005 in etwa der historischen Route der TEGETTHOFF Erkundungstour von 1874 auf dem zugefrorenen Austria Sund mit Ziehschlitten nach Norden, wobei die 2005er Expedition bis Kap Schrötter auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHohenlohe Insel kam: nördlich davon war das Eis in der 2. Maihälfte in Richtung der schon gut sichtbaren Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterRudolf Insel bereits aufgebrochen, sodaß die Gedächtnisexpedition das verbleibende Reststück der Route Payers bis Kap Fligely auf der Rudolf Insel als Abstecher mit dem Abholhubschrauber zurücklegte und im Gegensatz zu Payers Gruppe dank modernem Lufttransport auch nicht gezwungen war, die ganze Strecke wieder zurückzumarschieren.

Fehler ? Ergänzungen ? Bilder ? Ich freue mich über sachkundige Kontakte !

Neues Hauptgebäude der Basis Nagurskoje im Bau, Juli 2006


2006

Bemannte Stationen:

Die Forschungsstation Krenkel auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHayes Insel und die Grenztruppenbasis Nagurskoje auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlexandra Land sind ganzjährig in Betrieb. In Nagurskoje wird ein modernes neues Hauptgebäude als Ersatz für die heruntergekommenen alten Quartiere errichtet.

Schiffsanläufe:

KAPITAN DRANITSYN: Mit dem dieselelektrischen russischen Eisbrecher KAPITAN DRANITSYN wurden 2006 zwei touristische Franz-Joseph-Land Reisen angeboten (incl. An- und Abreisetage: 14.-25. 7. 2006, 25. 7. - 5. 8. 2006)
YAMAL: Der russische Atomeisbrecher YAMAL besuchte Franz-Josef-Land auf seinen beiden touristischen Nordpolfahrten (incl. An-/Abreisetage nach/von Murmansk): 1.-16. 7. 2006, 14.-29. 7. 2006.

Fehler ? Ergänzungen ? Bilder ? Ich freue mich über sachkundige Kontakte !

Eine mittelgroße Geode wurde am 30. Juli 2007 von Champ auf die YAMAL für eine Privatsammlung in Russland verfrachtet - der Widerstand des Expeditionsleiters wurde mit der Drohung ausgeschaltet, daß seine Firma dann keine russischen Genehmigungen für Franz-Josef-Land mehr erhalten würde.
Berufsabenteurer Oustland mit YAMAL Reisenden am Kap Flora nach seiner Rückkehr vom Nordpol auf Nansens Spur mit Skiern und Kajak.
Trotz etwas Wolken konnten die Teilnehmer der 2. Franz-Josef-Land Fahrt der POLARIS 2008 am 1. 8. eine perfekte vollständige Sonnenfinsternis genießen , vermutlich das bisher nördlichste erfolgreiche touristische Angebot auf der Erdoberfläche überhaupt. Die noch nördlicher liegende YAMAL konnte die Sonne wegen Nebels nicht sehen.
Begegnung am 25. 7. 2008 vor Kap Flora: links vorn die POLARIS, hinten die YAMAL.

2007

Bemannte Stationen:

Die Forschungsstation Krenkel auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHayes Insel und die Grenztruppenbasis Nagurskoje auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlexandra Land sind ganzjährig in Betrieb.

Schiffsanläufe:

YAMAL: Der russische Atomeisbrecher YAMAL besuchte auf seinen beiden touristischen Nordpolfahrten (jeweils incl. An- und Abreise nach/von Murmansk als Ausgangshafen): 30. 6.-14. 7. 2007, 11. 7. - 25. 7. 2007, 23. 7. - 3. 8. 2007. Expeditionsleiter: Victor Boyarski bzw. Laurie Dexter) jeweils kurz Franz-Joseph-Land, dabei (pro Fahrt davon 2-3): Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Flora und Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterTichaja sowie Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Tegetthoff und Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Triest. Auf der 3. Reise wurde leider von Kap Triest eine der mittelgroßen (ca. 1 m Durchmesser) Geoden per Hubschrauber (MilMi-8) auf die YAMAL gehoben und für einen einflußreichen russischen Privatinteressenten nach Murmansk mitgenommen. Der amerikanische Expeditionsleiter versuchte, dies zu verhindern, worauf seine Firma innerhalb einer Stunde aus Russland die Nachricht bekam, daß sie in diesem Falle mit keinen weiteren Fahrtgenehmigungen für Franz-Josef-Land rechnen könne.
ATHENE: Die norwegische Segelyacht erhielt eine Sondergenehmigung, um am 13. August die Berufsabenteurer Borge Oustland und Thomas Ulrich am Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Flora abzuholen.

Andere touristische Expeditionen:

Die beiden Berufsabenteurer Børge Oustland (Norwegen) und Thomas Ulrich (Schweiz) ließen sich am 1. Mai 2007 per Hubschrauber am Nordpol absetzen und erreichten, mit Ziehschlitten und Kajak der Route von Nansen und Johansen 1895/96 möglichst genau folgend, über Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterEva-Liv Insel und Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterJackson Insel am 24. Juli nach 85 Tagen Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Flora, von wo sie abgeholt wurden.

Fehler ? Ergänzungen ? Bilder ? Ich freue mich über sachkundige Kontakte !

 

 

 

 

2008

Bemannte Stationen:

Die Forschungsstation Krenkel auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHayes Insel und die Grenztruppenbasis Nagurskoje auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlexandra Land sind ganzjährig in Betrieb.

Schiffsanläufe:

POLARIS: Das russische eisgängige Passagierschiff POLARIS unternahm von Longyearbyen (Spitzbergen) aus zwei primär touristische Fahrten nach Franz-Joseph-Land unter Leitung von Andreas Umbreit mit jeweils 5 Tagen in Franz-Joseph-Land:
POLARIS 19.-29. Juli 2008: Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterBell Insel (Camp EIRA), Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterNorthbrook Insel (Kap Flora), Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterMcClintock Insel (Kap Dillon), Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlger Insel (Camp Ziegler), Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHall Insel (Kap Tegetthoff), Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHooker Insel (Tichaja Station + Passage Rubini Rock), Bell Sund (Spitzbergen). Der östliche Markham Sund hatte noch von eine geschlossene Eisdecke auch vor Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterChamp. Wegen Eisbären mußten Landungen auf Kap Flora und in Tichaja vorzeitig abgebrochen werden. Mehrere Walrossbeobachtungen.
POLARIS 29. Juli - 8. August 2008: Hervorragende Sonnenfinsternis Beobachtung in deren Kernzone. Landgänge Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHooker Insel (Tichaja Station + Passage Rubini Rock), Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHall Insel (Kap Tegetthoff, Landgang trotz gut sichtbarem Eisbär in der Nähe, schönes Walross auf Eisscholle), Schiffspassage vor Otto Krisch Grab (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterWilczek Insel), Zodiac-Fahrt vor Kap Brünn (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterMcClintock Insel), Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlger Insel (Camp Ziegler), Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterChamp Insel (Kap Triest), Eisbärbeobachtung im Treibeis, Landgang bei Walrossliegeplatz mit ca. 100 Walrossen am Strand. Obwohl nur 10 Tage später als die erste Fahrt, war die Südhälfte des Archipels nahezu frei von Meereis.
KAPITAN KHLEBNIKOV: Mit der KAPITAN KHLEBNIKOV wurde 2008 eine ungewöhnliche Kombinationsreise durchgeführt: Franz-Joseph-Land - Spitzbergen - Nordgrönland, 21. 7. (ab Helsinki-Murmansk) - 6. 8. (Reykjavik), die auch rund 2 Tage in Franz-Joseph-Land beinhaltete. Davor wurde mit der KHLEBNIKOV die Nordostpassage angeboten - mit einem Tag in Franz-Joseph-Land.
YAMAL: Der russische Atomeisbrecher YAMAL besuchte auf seinen beiden touristischen Nordpolfahrten (6.-21. 7. 2008, 22. 7. - 5. 8. 2008, Expeditionsleiter: Victor Boyarski) jeweils kurz Franz-Joseph-Land, dabei: Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Flora und Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterRudolf Insel. Für die YAMAL war dies nach aktueller Planung das letzte Jahr im Nordpoltourismus.
50 LET POBEDY ("50. JAHRESTAG DES SIEGES"): Der neueste russische Atomeisbrecher wurde 2008 erstmalig für die Nordpolreisen eingesetzt, wobei auf beiden Fahrten auch Franz-Joseph-Land kurz berührt wurde. Die erste Reise (23. Juni - 7. Juli, Expeditionsleiter: Laurie Dexter) besuchte Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Norwegia und Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterTichaja. Die zweite Fahrt ging auf der Rückfahrt auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Tegetthoff an Land (6.-21. 7. 2008).

Forschungsprojekte:

Eine österreichische Forschergruppe vermaß auf separaten Landexkursionen während der 2. POLARIS Fahrt Gletscherprofile auf der Köttlitz-Insel und der McClintock-Insel mit Differential-GPS, um aus Satellitenbildern errechnete starke örtliche Zuwächse der Gletscherdicke während der letzten 50 Jahre durch diese Vergleichsmessungen zu überprüfen.

Fehler ? Ergänzungen ? Bilder ? Ich freue mich über sachkundige Kontakte !


2009 war der zweite Sommer, in dem die neue 50 LET POBEDY mit Touristen auf ihrer ordpolfahrt Franz-Josef-Land besuchte.

2009:

Bemannte Stationen:

Die Forschungsstation Krenkel auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHayes Insel und die Grenztruppenbasis Nagurskoje auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlexandra Land sind ganzjährig in Betrieb.

Schiffsanläufe:

50 LET POBEDY ("50. JAHRESTAG DES SIEGES"): Der russische Atomeisbrecher besuchte auf seinen beiden Nordpolfahrten (23. Juli - 6. August 2009 und 4. -18. August, jeweils ab/bis Helsinki, an/von Bord in Murmansk, Expeditionsleiter Victor Boyarski) jeweils kurz auch Franz-Josef-Land.
Andere touristische Fahrten wurden 2009 nicht nach Franz-Joseph-Land durchgeführt.

Fehler ? Ergänzungen ? Bilder ? Ich freue mich über sachkundige Kontakte !



Atomeisbrecher 50 LET POBEDY und Reisende am Kap Fligely, Rudolf Insel, Sommer 2010

2010:

Bemannte Stationen:

Die Forschungsstation Krenkel auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHayes Insel und die Grenztruppenbasis Nagurskoje auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlexandra Land sind ganzjährig in Betrieb.

Sonstiges:

Premierminister Vladimir Putin besuchte im April 2010 Franz-Joseph-Land und die russische saisonale Nordpolstation BARNEO via Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterNagurskoe. Während dieser Reise forderte er eine Sanierung der umfangreichen Umweltsünden in der Arktis. Nach russischen Schätzungen befinden sich in Franz-Joseph-Land ca. 60000 Tonnen Altlasten an Treibstoffen und Ölen, die teilweise in die Umgebung sickern. Ihre Beseitigung begann 2010, soll 2011 verstärkt werden und ca. 1,2 Milliarden Rubel kosten.

Ab Ende Juli 2010 war die See um Franz-Josef-Land und zwischen den Inseln weitgehend eisfrei.

Eine russische Privatexpedition folgte der vermutlichen Route des Teils der Brussilow-Expedition, die 1914 die im Eis nördlich von Franz-Josef-Land eingeschlossene SVETA ANNA verlassen hatte und sich Richtung Kap Flora durchschlug, wobei die meisten starben. An Kap Neale auf George Land gelang der Fund eines der Toten, sowie mehrerer Gegenstände und Aufzeichnungen dieser Gruppe, ferner Hinterlassenschaften eines norwegischen Versuchs, hier Ende der 1920er Jahre eine Hütte zu bauen.

Schiffsanläufe:

KAPITAN DRANITSYN besuchte den Archipel auf einer weitgehend ausgebuchten Expeditionskreuzfahrt (ab/bis Murmansk, 27. 7. - 6. 8. 2010, Expeditionsleiter Arne Kertelhein). Abweichend von früheren Reisen der DRANITSYN mit 2 Hubschraubern und 5-6 Zodiacs befanden sich unter dem neuen Veranstalter 2010 nur 1 Hubschrauber und nur 2-3 funktionstüchtige Motorschlauchboote an Bord, wodurch mit zusammen über 100 Passagieren und Staff Exkursionen äußerst zeitaufwändig wurden und was zu erheblichen Beschwerden führte. Auch deshalb gelangen trotz sehr günstiger Eisverhältnisse in den 6 Tagen im Archipel nur 5 Landungen: Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterTichaja, Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap NorwegiaÖffnet einen internen Link im aktuellen FensterChamp, Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKap Tirol, Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterWilczek Insel.

50 LET POBEDY ("50. JAHRESTAG DES SIEGES"): Der russische Atomeisbrecher besuchte auf seinen drei Nordpolfahrten jeweils kurz auch Franz-Josef-Land: 9.-23. Juli 2010 (Expeditionsleiter Jan Bryde - Landungen: Kap Fligely (Rudolf), Kap Triest (Champ), Tichaja (Hooker)), 23. Juli - 6. August 2010 (Expeditionsleiter: Jan Bryde - Landungen: Tichaja (Hooker), Kap Triest (Champ) und Bell), 4.-18. August 2010, jeweils ab/bis Helsinki, an/von Bord in Murmansk.

Fehler ? Ergänzungen ? Bilder ? Ich freue mich über sachkundige Kontakte

 

2011:

Bemannte Stationen:

Die Forschungsstation Krenkel auf der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHayes Insel und die Grenztruppenbasis Nagurskoje auf Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlexandra Land sind ganzjährig in Betrieb.

Sonstiges:

Im April 2011 wurde der russische Arktis-Nationalpark eingeweiht, der Franz-Joseph-Land und den Nordteil der Nordinsel von Nowaja Semlja, sowie den zwischen den beiden Inselgruppen liegenden Teil der Barentssee umfaßt.

Die Beseitigung von Umwelt-Altlasten um die Stationen in Franz-Joseph-Land ist angelaufen.

Regatta Adventure Race 80dg 2011: An diesem 2011 erstmals ausgetragenen Segelevent von St. Petersburg durch die Kanäle und Seen ins Weiße Meer und von dort aus nach Franz-Joseph-Land nahmen zwei Yachten teil (PETR I und LENA), die auch den zweiten Abschnitt nach Franz-Josef-Land segelten, wofür nur Boote mit entsprechender Eignung für arktische Gewässer in Frage kommen. Gelandet wurde am Opens internal link in current windowKap Flora (Northbrook Insel), am Opens internal link in current windowKap Norvegia (Jackson Insel), am Opens internal link in current windowKap Triest (Champ Insel) und auf der Opens internal link in current windowHayes Insel (Krenkel Station, Walroß-Liegeplatz). Die russische Yacht PETR I hatte den erforderlichen bewaffneten russischen Begleiter für die Landungen an Bord.

Schiffsanläufe:

2011 gab es das bisher vielfältigste Angebot touristischer Schiffsreisen nach Franz-Joseph-Land, darunter erstmalig seit 1990 auch mit einem nicht-russischen Schiff eines kommerziellen nicht-russischen Veranstalters.

KAPITAN DRANITSYN - 11 Tage Franz-Joseph-Land Fahrt ab/bis Kirkenes/Murmansk 17. Juli - 27. Juli 2011, ab € 7900 (ca. US-$ 11000 bei Kurs 1,40). Nach den Problemen 2010 erhöhte der Veranstalter die Zahl der funktionierenden Zodiacs von 3 auf 5 (für ca. 80 Passagiere plus Staff auf der Fahrt 2011 - Zodiac Cruises erforderten daher zwei Durchgänge). Hinzu kam wie 2010 ein kleiner Bordhubschrauber (diesmal Eurocopter BO-105, 4 Passagiere, entsprechend insgesamt ca. 50 Pendelflüge für 1 Landung erforderlich). Expeditionsleiter: der vorgesehene Expeditionsleiter wurde an der russischen Grenze abgewiesen, weil er sich kein Visum organisiert hatte, stattdessen sprang Sepp Friedhuber (vorher mehrfach Lektor auf Franz-Josef-Land Fahrten) ein. 3 weitere Lektoren.
Die DRANITSYN hielt sich rund 4 Tage innerhalb des Archipels auf. Innerhalb dieser Zeit wurden als Nördlichstes der Bereich der Jackson Insel erreicht und insgesamt 5 Zodiac Landungen (Kap Flora, Kap Norvegia, Kap Triest/Champ, Camp Ziegler/Alger, Kap Tegetthoff), 1 Hubschrauberlandung (Tichaja Station), 2 Zodiac Cruises (Apollonov, Champ), 2 Schiffspassagen (Rubini Rock, Negri Kanal) und 1 kurzer Hubschrauberrundflug (Negri Kanal) durchgeführt. 2 weitere erhoffte Landungen wurden bei Annäherung an die beiden Ziele wegen zu viel Eis für Zodiac-Einsatz abgesagt.
Teilweise dichtes Treibeis, durchgängig weitgehend ruhiges Wetter, kaum Nebel.
15 Eisbären (teils nah am Schiff), zahlreiche Walrosse, 1 Grauwal (!).

AKADEMIK SHOKHALSKIY - 14 Tage Franz-Joseph-Land mit Nowaja Semlja, ab/bis Murmansk: 26. Juli - 8. August 2011, ab US-$ 8080 (ca. € 5800 bei Kurs 1,40). 5 Zodiacs für 38 Passagiere plus Staff. Expeditionsleiter: Andreas Umbreit (4. Expeditionsleitung in Franz-Josef-Land, 2. in Nowaja Semlja), 3 weitere Lektoren.
Die SHOKALSKIY hielt sich 1,5 Tage im Norden von Nowaja Semlja auf, wobei 3 Zodiac Landungen (Legzhin Bucht, Kap Zhelania (abgebrochen wegen Eisbären an Land), östliche Oranje Insel), 1 Schiffs-Cruise (Mak Bucht) und 2 Zodiac Cruises (Kap Zhelania, westliche Oranje Insel) unternommen wurden.
4,5 Tage in Franz Josef Land, wobei als nördlichste Position 81°52,86´N nördlich der Rudolf Insel erreicht wurde, sowie 9 Landungen (Kap Flora, Kap Norwegia, Teplitz Bucht - wegen Nebel und herandrückendem Treibeis abgebrochen, Kap Heller, Kap Triest/Champ, Camp Ziegler, Geografen Bucht, Tichaja Station, Kap Tegetthoff), 2 Zodiac Cruises (Umrundung Stoliczkaja und Apollonov, Gletscherfront Champ) und 3 Schiffspassagen (Pohndorff Enge, Sadko und Newcomb Sund, Gletscherfahrt in der inneren Geographen Bucht) gelangen - eine weitere Landung und eine Zodiac-Fahrt mußten nach Ankunft des Schiffs an den jeweiligen Plätzen wegen der örtlichen Bedingungen (Nebel, dichtes Treibeis) abgesagt werden. Für das Barbeque konnte die SHOKALSKIY in einem geschlossenen Alteisfeld "parken", auf dem sich in der Ferne gleichzeitig 8 (!) Eisbären bewegten (1 Mutter mit 3 (!) Jungen, 1 Mutter mit 2 Jungen, 1 Männchen), ohne sich um das Schiff zu kümmern. Insgesamt kaum Behinderung der gewählten Route durch Eis, weitgehend ruhiges Wetter (letzte Landung Seegang, starker Wind), an 2 Tagen überwiegend Nebel, der einen Teil der geplanten Exkursionen verhinderte.
Insgesamt 18 Eisbären (einer in steiler Felswand über den Zodiacs Lummeneier erntend), ca. 350 Walrosse, evtl. 1 Grönlandwal. Gewinnung neuer Informationen zur Pioniergeschichte (siehe Kap Flora / Northbrook Insel, Teplitz Bucht / Rudolf Insel).

NATIONAL GEOGRAPHIC EXPLORER - 23-tägige Fahrt gesamte Barentssee und Weisses Meer, mit Spitzbergen, Franz-Joseph-Land - der als Teil der Reise angekündigte Besuch von Nowaja Semlja konnte nicht erfolgen, da das Schiff hierfür keine Genehmigung hatte: 21. Juli - 15. August 2011, ab Longyearbyen bis Murmansk, ab USD 22560 (ca. € 16000 bei Kurs 1,40). Seit der Öffnung von Franz Josef Land 1990 war dies der 4. Besuch von Franz-Joseph-Land durch ein nicht-russischen Schiff (deutsche DAGMAR AAEN Privatexpedition 1991, norwegisches Forschungsschiff LANCE, norwegische private Segelyacht 2007) und der erste Besuch eines nicht-russischen kommerziellen Tourismusschiffs seit über 60 Jahren. 148 Passagiere, ca. 20 Zodiacs, ca. 30 Kajaks. Expeditionsleiter: Bud Lehnhausen.
Aufenthaltszeit im Bereich Franz-Josef-Land ca. 7,5 Tage, nördlichster Punkt 81°48´N nach erster touristischer Befahrung des Cambridge Sunds. 4 Landungen (Kap Flora, Kap Norvegia, Kap Triest/Champ, Tichaja Station), 5 Zodiac Cruises (Apollonov, Hayes, Rubini Rock (hier auch Kajakeinsatz)), Cambridge Sund), 4 Schiffspassagen (3 ausgedehnte Eisfahrten für Tierbeobachtung, Cambridge Sund).
Sehr gemischte Wetterbedingungen mit teils starkem Wind, teilweise Behinderung durch starkes Treibeis.
Neben 18 Eisbären und zahlreichen Walrossen gelang die Sichtung von insgesamt 15 (!) Grönlandwalen, einigen Narwalen und Weißwalen, sowie die Entdeckung einer vorher unbekannten großen Elfenbeinmöwenkolonie mit ca. 150 Paaren in einer Felswand im Cambridge Sund. Verglichen mit den beiden anderen Schiffen lag der Schwerpunkt dieser Reise stärker auf der hocharktischen Tierwelt - daher im Verhältnis mehr Eisfahrten, weniger Landungen.

50 LET POBEDY ("50. JAHRESTAG DES SIEGES"): 4 Nordpolfahrten mit dem Atomeisbrecher, die auch Franz-Joseph-Land berührten (jeweils incl. An- und Abreisetage bis/ab Murmansk), ab USD 19450 bzw. €14800:
23. Juni - 07. Juli 2011 (Englisch. Wegen Vogelschlags am Rotor mußte die begonnene Landung auf Kap Flora abgebrochen und die bereits abgesetzten ca. 25 Passagiere mit vorher erst aufzublasenden Zodiacs nach zweistündigem Warten abgeholt werden - glücklicherweise gab es weder Brandung noch Treibeis. Keine weiteren Landungen in Franz-Joseph-Land auch auf dem Rückweg wegen Nebels).
10. Juli -24. Juli 2011 (Englisch - verchartert, China, Expeditionsleiter: Jan Bryde)
23. July  - 06. August 2011 (Englisch/Deutsch, Expeditionsleiter: Jan Bryde),
04. August - 18. August 2011 (Englisch - verchartert, Japan, Expeditionsleiter: Jan Bryde).

Fehler ? Ergänzungen ? Bilder ? Ich freue mich über sachkundige Kontakte

 

Die Nationalparkverwaltung installierte im August 2012 eine kleine Sommer-Forschungsbasis in der Nähe von Kap Flora.
Wiederentdeckung der letzten Reste der "Kane Lodge" auf der Greely Insel während der zweiten Fahrt der ORTELIUS

2012

Ganzjährig bemannte Stationen:

Die Forschungsstation Krenkel auf der Opens internal link in current windowHayes Insel und die Grenztruppenbasis Nagurskoe auf Opens internal link in current windowAlexandra Land waren ganzjährig in Betrieb.

Altlasten-Beseitigung:

Die seit Jahren vorbereitete und 2011 in Gang gekommene Beseitigung der schlimmsten Umwelt-Altlasten aus der Sowjetzeit in Franz-Josef-Land war 2012 in vollem Gange. Im Bereich der alten Stationen Nagurskoe (Opens internal link in current windowAlexandra Land) und Krenkel (Opens internal link in current windowHayes Insel), sowie der ehemaligen Luftwaffenbasen auf Opens internal link in current windowGraham Bell Land und der Opens internal link in current windowHoffmann Insel wurden große Mengen rostender Öl- und Treibstoff-Fässer nach Auffangen darin enthaltener Restmengen gepreßt und sowohl die umweltgefährdenden Flüssigkeiten als auch der gesammelte Schrott durch das Versorgungsschiff SOMOV abgeholt. Ebenso wurde im Bereich der ehemaligen Sedow Station in der Tichaja Bucht (Opens internal link in current windowHooker Insel) aufgeräumt und die gesammelten Abfälle auf die SOMOV gebracht. Das Projekt soll 2013 fortgesetzt werden.
Hier das Video über die Aufräumarbeiten 2011:
Opens external link in new windowwww.youtube.com/watch?v=vU4cC0oNNjU
.

Nationalpark-Verwaltung:

Neben der Entsendung von Inspektoren auf die verschiedenen touristischen Fahrten nach Franz-Josef-Land und Nowaja Semlja, sowie den sommerlichen Forschungs-, Instandhaltungs- und Aufräumarbeiten im Bereich der Sommerstationen Sedow (Opens internal link in current windowHooker Insel) und Kap Zhelania (Nowaja Semlja) nutzte die Nationalparkverwaltung das Forschungsschiff PROFESSOR MOLCHANOV und eine gecharterte Segelyacht für eine Reihe von Forschungs- und Überwachungsaufgaben während des Sommers. Mit Hilfe der SOMOV wurde in der Nähe von Opens internal link in current windowKap Flora aus 3 Wohncontainern eine Außenstation für Wissenschaftler installiert.

Sonstiges:

Wiederentdeckung von "Kane Lodge" der Baldwin-Ziegler Expedition (1901/02): Am 28. August gelang es auf Anregung von Andreas Umbreit, während der Fahrt der ORTELIUS, den Platz von Kane Lodge, einem der wichtigsten Depots (einschließlich Hütte) der Baldwin-Ziegler Expedition von 1902 auf der Opens internal link in current windowGreely Insel wieder zu finden und eine rasche Bestandsaufnahme der dort vorgefundenen Gegenstände zu machen. Aufgrund der offensichtlichen unmittelbaren Bedrohung der Gegenstände durch Treibeis, Brandung und Steinschlag wurde sofort die Nationalparkverwaltung informiert, die Anfang September Schritte unternahm, um die wertvollen Funde zu retten. Mehr: siehe Opens internal link in current windowGreely Insel.

Regatta Adventure Race 80 dg: An dieser Segelregatta, 2011 erstmals ausgetragen, nahmen 2012 die russische PETER I und die deutsche LUNA teil. Neben dem eigentlichen Wettsegeln von Archangelsk zum 80. Breitengrad (mit schwerem Sturm) und zurück nach Murmansk gehörte zum Programm ein gemeinsamer Besuch von Franz-Josef-Land, wobei 82°18´N als nördlichste Position nördlich des Archipels erreicht wurden, Stops: am Kap Fisher auf der Opens internal link in current windowSalisbury Insel und Besuch der verlassenen Station auf der Opens internal link in current windowRudolf Insel.

Außergewöhnliche Eissituation: Bereits im späten Juli war das Meereis fast im ganzen Archipel praktisch komplett verschwunden, nur in den nordöstlichsten Bereichen hielt sich noch geringes Treibeis bis ca. Mitte August, das in der 2. Augusthälfte dann auch verschwand. Dichteres Treibeis begann erst weit nördlich von 82°N.
Siehe auch Eissituation früherer Jahre im Vergleich: Opens internal link in current windowhier.

Touristische Schiffsanläufe:

Aufgrund der außergewöhnlich einfachen Eislage bildete Eis 2012 keinerlei Hindernis für die Fahrten und Landungen, im Gegensatz zu Wind und Nebel. Für 2012 wurden insgesamt (einschließlich Atomeisbrecherfahrten mit kurzem Aufenthalt in Franz-Josef-Land, jedoch ohne die kleinen Segelyachten) 11 touristische Fahrten nach Franz-Josef-Land einer Maximalkapazität von zusammen ca. 1050 möglichen Teilnehmern angeboten. Hiervon wurden während der Buchungsperiode jedoch bereits 3 Fahrten abgesagt bzw. auf andere Routen verlegt (NATIONAL GEOGRAPHIC EXPLORER, SHOKALSKIY, 2. geplante Fahrt der KAPITAN DRANITSYN), während die verbleibenden Fahrten teilweise nicht ausgebucht waren, sodaß die Gesamtbesucherzahl für 2012 unter 650 Touristen gelegen haben dürfte. Insofern haben sich hier klare Grenzen für die Nachfrage nach Franz-Josef-Land gezeigt, und gleichzeitig ist dieses Reiseziel für die Veranstalter mit weitaus größerem Aufwand und Risiken behaftet, als etwa Spitzbergen oder Grönland. Unter anderem verloren mehrere der Fahrten jeweils einen halben Tag, weil die russische Marine spontan und wiederholt für Manöver die Mündung des Fjordes vor Murmansk (einer der 3 größten Häfen ganz Russlands - man stelle sich einmal eine mehrfache jeweils halbtägige spontane Sperrung der Elbe vor Hamburg für Bundeswehrmanöver vor) für die gesamte Schiffahrt sperrte. Aufgrund dieser Probleme sieht es bisher so aus, als ob für 2013 keine einzige touristische Fahrt mit Franz-Josef-Land als Hauptziel von den verschiedenen Veranstaltern angeboten werden wird.
Nachfolgend in Stichpunkten die Expeditionskreuzfahrten 2012 nach Franz-Josef-Land, sortiert nach Reisetermin:

KAPITAN DRANITSYN - 11 Tage Franz-Josef-Land ab/bis Murmansk 18.-28. Juli 2012, ab ca. 8900 € pro Person ab/bis Kirkenes plus evtl. Treibstoffzuschläge. Ca. 77 Reiseteilnehmer, Expeditionsleiter Sepp Friedhuber. Zwei kleine Mi-2 Hubschrauber und 5 Motorschlauchboote für Exkursionen. Nähere Details zum Ablauf fehlen noch. Veranstalter, Schiff und Expeditionsleiter waren bereits mehrfach in Franz-Josef-Land.

50 LET POBEDY - Atomeisbrecher-Nordpolfahrten mit Zwischenstops auf Hin- und Rückweg in Franz-Josef-Land. 3 Termine 2012: 19. Juli - 01. August, 30. Juli - 12. August, 10. August - 23. August (jeweils incl. An- und Abreisetage, Beginn und Ende der eigentlichen Fahrt in Murmansk), ab ca. 14800 € pro Person. Expeditionsleiter Jan Bryde. Bordhubschrauber und Schlauchboote. Nähere Details zum Ablauf fehlen noch. Veranstalter, Schiff (bzw. auch dessen Vorgänger) und Expeditionsleiter waren bereits mehrfach in Franz-Josef-Land.

BREMEN - 24-tägige Reise ab/bis Tromsö 25. 07. - 18. 08. 2012, ab ca. 14700 € pro Person. Tatsächlich gefahrene Route und Tiersichtungen noch nicht bekannt - geplant waren Landungen u.a. an der sibirischen Küste, in Nowaja Semlja und Sewernaja Semlja sowie Franz-Josef-Land. Angeblich gelangen keinerlei Landungen auf Sewernaja Semlja - nähere Angaben zur Fahrt willkommen ! Erste Fahrt von Veranstalter, Schiff und Expeditionsleiter zu diesen Zielen.

SILVER EXPLORER - 19-tägige Reise ab/bis Tromsö 01. 08. - 19. 08. 2012, ab ca. € 12700 pro Person. Expeditionsleiter Robin West. Weißes Meer, Nowaja Semlja (1 Tag, Landung Russian Harbour, Landung am Folgetag wegen Sturm nicht möglich), Franz-Josef-Land (4 Tage - Landungen: Wilczek Insel, Kap Tegetthoff, Tichaja Station, Kap Triest, Kap Fligely. Außerdem: Fahrt zur Eisgrenze bis 82°23´N, Rubini Rock, Walross-Suche um Bell Insel). Tierwelt in Franz-Josef-Land und Nowaja Semlja unter anderem: 4 Eisbären, einige Walrosse, Grönlandwal. Erste Fahrt von Veranstalter, Schiff und Expeditionsleiter nach Franz-Josef-Land.

ORTELIUS - 13-tägige Fahrt ab Kirkenes bis Murmansk/Kirkenes 09. - 21. 08. 2012, ab ca. € 5050 pro Person. Expeditionsleiter Rinie van Meurs plus 5 weitere Guides/Lektoren, ca. 75 Teilnehmer, bis 9 Zodiacs für Landungen. Wegen russischem Flottenmanöver vor Murmansk nur 5 statt 5,5 Tage in Franz-Josef-Land. Landungen: Kap Flora, Kap Nansen, Kap Triest, ins Treibeis nørdlich der Inselgruppe, Kap Fligely, Kap Norvegia, Bell Insel. Zodiac-/Schiffscruises: Elfenbeinmöwenkolonie Alexandra Land, Rubini Rock, Sedow Station, Apollonov-Insel. Tierbeobachtungen im Bereich Franz-Josef-Land und im Treibeis u.a.: mehrere Grönlandwale, mehrere Buckelwale, ca. 25 Eisbären, ca. 150 Walrosse an Land und im Wasser, mindestens 150 Elfenbeinmöwen, Sterntaucher. Veranstalter und Expeditionsleiter sowie weitere Staff-Mitglieder waren bereits mehrfach in Franz-Josef-Land.

ORTELIUS - 12-tägige Fahrt ab/bis Murmansk/Kirkenes 21. 08. - 01. 09. 2012, ab ca. € 4650 pro Person. Expeditionsleiter Rinie van Meurs plus 5 weitere Guides/Lektoren, ca. 85 Teilnehmer, bis 9 Zodiacs für Landungen. Wegen russischem Flottenmanöver vor Murmansk nur 5 statt 5,5 Tage in Franz-Josef-Land. Landungen: Kap Flora, Sedow Station Tichaja, Kap Triest, Kap Fligely, Teplitz Bucht (abgebrochen wegen Eisbären/Nebel/zunehmendem Seegang), Kap Norwegia, Ziegler Insel. Zodiac-/Schiffscruises: Gunter Bucht, Rubini Rock, ins Treibeis bis 82°53´N (vermutlich nördlichste Position, die jemals ein Nicht-Eisbrecher auf einer Kreuzfahrt erreichte), Apollonov Insel, Kap Tegetthoff (nur cruise - keine Landung wegen Regen/Nebel/Eisbär an Land). Tierbeobachtungen im Bereich Franz-Josef-Land und Treibeis u.a.: Grönlandwal, Buckelwale, 8 Eisbären, ca. 200-250 Walrosse an Stränden und im Wasser. Wiederentdeckung von Kane Lodge - siehe: Opens internal link in current windowGreely Insel. Veranstalter, Expeditionsleiter und weitere Staff-Mitglieder waren bereits mehrfach in Franz-Josef-Land.

Video des Reiseteilnehmers Christoph Ruhsam von der 2. ORTELIUS-Fahrt mit Schwerpunkt auf dem ungewöhnlich geringen Meereis dieses Sommers (27 Minuten):
Chasing Ice North of Franz Josef Land

 


Letzte Änderung: 03.08.2013